Nun … was soll ich schreiben … es ist: Unterhaltungsliteratur. Aber mal so richtig. Unterhalten wollen fast alle werden, die in ihrer Freizeit was lesen, nehme ich an. Die Ansprüche daran, was “gut unterhält”, unterscheiden sich hier und da.
Ellen Berg trifft offenbar mit ihrem Stil eine große Leserinnenschnittmenge, richtet sich vornehmlich an Frauen. Bedient Klischees am laufenden Band. Jenseits von irgendwelcher Praxis- oder Realitätsnähe werden diverse Phantasien bedient: Rachegelüste (hier schon Titelgebend massiv), sexuelle Phanstasien, Wünsche nach Ausstieg, Veränderung, neuem Leben. Feindbild ganz klar: Normalmänner. Für die sexuelle Triebbefriedigung müssen “Traummänner” her und auch diese aus der Klischeekiste gekramt: der smarte junge Mann im Arztkittel mit gelegentlichem Toy-Boy-Nebenjob, der italienische Koch und Restaurantbetreiber alter Schule, der intellektuell angehauchte Journalist mit Bodybuilder-Körper.
Es tut richtig weh, so plump wie Witze und Kalauer im Stil relativ simpel gestrickter Büttenreden daherkommen: gehässig, vorhersehbar und rücksichtslos gegenüber allen Männern, die der weiblichen Machtübernahme auf allen Sektoren im Wege stehen.
Mich hat’s beim Lesen ziemlich an Karsten Dusse und seine Krimis jenseits der Gesetzesmoral erinnert. Bisschen plumper noch, würde ich sagen. Andererseits war’s das Debüt von Ellen Berg, das ich gelesen habe. Danach folgen Bücher am laufenden Band, die sich offenbar alle recht gut verkaufen und verleihen.
Obwohl’s so gar nicht meinen eigenen Humor trifft und sich mir immer wieder vor Grausen die Nackenhaare kräuselten bei den stumpf-oberflächlichen Phantasien habe ich - aus Gründen, die sich in einem nächsten Post vermutlich erklären werden - zu Ende gelesen und werde wohl auch noch eins ihrer späteren Bücher irgendwann ausleihen um zu sehen, wohin der Leserinnenwunsch die Autorin führt bzw. geführt hat.
Denn davon gehe ich aus: dass hier eine, die das Schreiben durchaus kann, sich nach dem Verkaufstrend und aktuellen Leserinnen-Mehrheitsgeschmack im Segment “Frauenroman” richtet. Und das ist ja durchaus legitim. Oder ob sie irgendwann auch tiefere Ebenen zulässt … alles mögliche ist möglich.
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