Mittwoch, 18. März 2026

Inge Löhnig, Deiner Seele Grab



Ein ziemlich klassisch aufgebauter Krimi, der sich nebenbei ganz gut hören ließ. Gelesen von David Striesow, der das Vorlesen eindeutig super drauf hat.

Inhaltlich weitgehend stimmig aber mit einigen hier und da mehr als nur ein bisschen bei den Haaren herbeigezogenen Wendungen und ausgelegten Fehlspuren. Aber gut tolierierbar, fand ich. Wenn‘s mal was für die Unterhaltung mit Hirnfreischalt-Effekt für zwischendurch sein soll.

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Liste nicht fertig gelesener / gehörter Bücher 2026

Nachdem ich in den letzten Tagen gleich zwei Bücher irgendwo in der ersten Hälfte abgebrochen habe, habe ich mich entschlossen, sie zur besseren Merkbarkeit in einer Sammelliste, die dann jeweils aktualisiert wird, zu notieren und dadurch hier auch samt Abbruchgrund vorzuzeigen. Sonst kann ich mir gerade diese AutorInnen gar nicht merken. 

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    • Paul Bokowski, Hauptsache nichts mit Menschen (Kartoniert)
    Irgendein Rezensent hat geschrieben, es handele sich bei Paul Bokowski um den lustigsten Autoren Berlins. Da ich sonst keine lustigen Berliner Autoren kenne, kann ich das nicht wirklich beurteilen aber mein Humor wurde nicht wirklich getroffen.

    Mag auch sein, dass es ein bisschen daran liegt, dass seine Geschichten sich schlicht durch die Jahre, die seit dem Erscheinen des Buches sind, überlebt haben. Witze über Mütter und andere ältere Leute, die *oh Schreck* plötzlich im Internet auftauchen, mögen einige noch vor einem Dutzend Jahren lustig gefunden haben; inzwischen ist es einfach nur noch „Fragezeichen“?


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    • Doris Knecht, Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe (Hörbuch)



    Auch hier gilt: vermutlich reine Geschmackssache. Ich würde nie behaupten, dass irgendwas schlecht geschrieben wäre an den Geschichten. Vielleicht taugte mir auch in erster Linie das Hörbuch-Format nicht. Jedenfalls stellte ich irgendwann fest, dass ich mich beim Zuhören über die Inhalte langweile, ich die Episoden völlig belanglos finde. Oder sogar in ihrer Denkrichtung bzw. den Handlungsmustern nervig. 

    Es sind Geschichten aus dem Leben der Autorin, in denen sich ein sehr unterschiedliches Denken, eine andere Herangehensweise etc. zeigt als ich sie selber habe oder in vergleichbaren Situationen haben würde. Was ansich auch interessant oder sogar das Interessante an Geschichten sein könnte: das Andere. In diesem Fall hat‘s mich aber nicht gepackt und ich so ca. nach dem ersten Drittel aufgehört.

    Immerhin war ich neugierig genug, mich auf der Webseite der Onleihe einzuloggen (was ich so gut wie nie tue), nur um nachzusehen, auf wie vielen Bewertungen die dortige fünf-Sterne-Bewertung basiert. Was man in der App nicht nachschauen kann, auf der Webseite aber schon. Es war exakt eine Bewertung ;)


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      Donnerstag, 12. März 2026

      Mia Gatow, Rausch und Klarheit

      Je länger ich nüchtern bin, desto weniger möchte ich zu einer exklusiven, schicken Elite von Lifestyle-Nüchternen gehören, die sich für was Besseres halten, weil man ihnen das Trinken noch nicht angesehen hat. Je länger ich nüchtern bin, desto mehr schätze ich es, Menschen zuzuhören, die weiter weg von meiner eigenen Lebensrealität sind. Verbindung herzustellen und Gemeinsamkeiten dort zu finden, wo es scheinbar nur Unterschiede gibt, ist eine ganz besonders heilsame Art von Meditation. Die Welt braucht nicht noch mehr separierte Lager. Sie braucht mehr Einigkeit, mehr Toleranz, mehr Zusammenhalt, mehr Liebe. — Gatow, Mia. „Rausch und Klarheit.“ Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH, 2024-08-12T06:12:54Z, p. 197


      Von Mia Gatow,  September 2024 bei GOLDMANN, 

      304 Seiten ISBN: 978-3-442-31753-0


      Ein rasant offenes Bekenntnis: der Sucht, der Liebes- und Lebenslust. Von Kontrollverlusten, Wiederermächtigungen, ekstatischen Erlebnissen bei Sex, Drogen aber auch und besonders der Nüchternheit. 

      Man verzeihe mir den platt-plumpen Kalauer: da rauscht man lesend nur so durch. Und entlarvt auch als nicht von Alkoholsucht Betroffene so manch eigenen Mechanismus des Selbstbetrugs;  findet eigene  Geschichten, die man sich selbst erzählen und selber glauben wollte. Parallelen und Ähnlichkeiten zum Rauchen  und anderen selbstschädigenden Angewohnheiten (Süchten) lassen sich hier und da mühelos finden. Aber auch ohne Identifikationsmomente und für jemanden, der wie ich einen sehr unterschiedlichen Lebenshintergrund und Alltag mitbringt, ist das Lesen ein Zugewinn.





      Nachtrag: im Buch wird sehr positiv über die Meetings der Anonymen Alkoholiker geschrieben und ich wollte nachsehen, wo in Deutschland AA-Meetings stattfinden. Die nahezu flächendeckende Menge hat mich doch einigermaßen schockiert! Denn auf jeden Betroffenen, der dort aufschlägt, gibt‘s vermutlich ein deutlich Mehrfaches an Menschen, die ebenfalls alkoholabhängig sind aber nie dort auftauchen.

      🍸 🧊 ✌️



      Freitag, 6. März 2026

      Alex Capus, Susanna


      Carl Hanser Verlag, München 2022

      ISBN 9783446273962

      Gebunden, 288 Seiten

      Ungewöhnliche Methoden der Lesestoffauswahl sollte ich unbedingt beibehalten (in diesem Fall wurde die C-Lücke in der Autorenliste gefüllt)

      Sonst hätte ich mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit niemals diesen auf der Biographie der Malerin und Bürgerrechtlerin Caroline Weldon (bürgerlicher Name: Susanna Caroline Faesch, geb. 1844 in Basel) basierenden Roman ausgewählt und gelesen.

      Er ist historisch akribisch recherchiert und lässt dabei Figuren auf sehr feinfühlig-individuelle Art und in schöner Sprache  zu einem auch unterhaltsamen Roman auferstehen, der wie ein Film in vorfilmischen Zeiten bilder- und emotionsgeladen beim Lesen im Kopf entsteht und uneingeschränkt mitnimmt. Perspektiven wechseln und sind auch oft überraschend. Genau wie die Schwerpunktsetzungen zu unterschiedlichen Zeiten und in teils sehr voneinander abweichenden Situationen, so dass eine Person und ein Leben gelegentlich aussieht und sich anfühlt wie mehrere unterschiedliche. Auch die „Nebenfiguren“ bilden eigene diverse Persönlichkeiten und vielschichtige Figuren aus. Ganz aus dem Leben gegriffen eben ;)

      Dass auch hier und da historisches Wissen vermittelt wird, passiert so nebenbei … wobei bei mir ein alter Gedanke neu aufflackerte: „Vielleicht doch mal New York durchstreifen  …?“ 


      „Karl Valentinys irdische Existenz hatte siebenunddreißig Jahre und sechs Tage gedauert. Hätte er in den letzten Stunden seines Lebens eine Vorahnung gehabt, hätte er wahrscheinlich Bilanz gezogen. War all das die Mühe wert gewesen? War es die Anstrengung wert gewesen, Medizin zu studieren und als Soldat nach Afrika zu gehen? Aus der Heimat zu flüchten und über den Ozean zu fahren? Hatte es sich gelohnt, eine gesicherte Existenz als Hausarzt in Dortmund aufzugeben, um eine gesicherte Existenz als Hausarzt in Brooklyn zu führen? War es die Aufregung wert gewesen, die Frau eines anderen Mannes zu heiraten und deren Tochter als seine eigene großzuziehen? Und dass er über tausend Stunden Zola gelesen hatte - würde das noch von Bedeutung sein, nachdem sein Hirn und sein Herz zu Staub zerfallen waren? Würde überhaupt irgendetwas noch irgendwas bedeuten? Hätte er versuchen sollen, während der Zeit, die ihm gegeben war, Einfluss zu nehmen auf den Lauf der großen Dinge der Welt? ….. 
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      Hätte er auf irgendeinem Gebiet etwas Großes bewirken können? Hätte er es in der Hand, in seinem Herzen, im Kopf gehabt? Falls nein: Hötte er es trotzdem versuchen sollen?
      Man kann annehmen, dass Valentiny sich spätestens an dieser Stelle mit einem nachsichtigen Lächeln zur Ordnung gerufen hätte. Wer war er denn, eine Krämerseele? Ein Buchhalter? Ein Erbsenzähler? Er war zur Welt gekommen, und er hatte gelebt. Über‘s Ganze gesehen war‘s doch recht angenehm gewesen. Jetzt war es für ihn vorbei. Für die anderen würde es weitergehen. Alles in Ordnung.“ 

      „Valentinys Grab in Brooklyn Heights ist heute noch zu besichtigen. Es liegt im Green-Wood Cementery in Sektor 41 und trägt die Nummer 13387. Im Winter hat man zwischen kahlen Bäumen hindurch einen schönen Ausblick über den East River nach Manhattan.“ (S. 180f)

      🇨🇭 🪶 🗽


      Mittwoch, 4. März 2026

      Melara Mvogdobo, Großmütter

      © 2025 by : TRANSIT Buchverlag

      ISBN 9783887474164

      Gebunden, 128 Seiten,

      So kurz er ist,  so schmerzhaft zu lesen ist dieser Roman der Schweizer Autorin Melara Mvogdobo,. Es wurde 2025 für den Schweizer Buchpreis nominiert und vielfach rezensiert. In vielen Teilen der Welt handelte es sich früher und handelt es sich auch heute noch um „zwei ganz normale Frauenschicksale“.  

      Ich konnte keine Zwischenpause beim Lesen machen und musste es in einem Rutsch zu Ende lesen. Sehr packend und eindringlich!

      Klappentext:

      Dieser Roman handelt von zwei Großmüttern, die eine aus einer armen Schweizer Bauernfamilie, die andere aus einer relativ wohlhabenden Familie in Kamerun. Es geht um deren Kindheit, Hoffnungen und Enttäuschungen. Sie heiraten, werden gedemütigt und entwürdigt. Aber durch diese Erfahrungen staut sich eine gewaltige Wut auf, die schließlich, auch mit Hilfe der jeweiligen Enkeltöchter, zu ihrer Befreiung führt.

      ⚫️ ⚪️



      Freitag, 27. Februar 2026

      Florian Illies, Zauber der Stille


      S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2023

      ISBN 9783103972528
      256 Seiten

      Aber Friedrich selbst verachtet das zu gebildete Reden über Kunst, der Kopf dürfe nie wichtiger werden als das Herz, sagt er: »Willst Du wissen, was Schönheit sei? Befrage die Herren Ästheten, beim Teetisch kann’s Dir nützlich werden, aber vor der Staffelei nicht, da musst Du fühlen, was schön ist.« — Illies, Florian. „Zauber der Stille.“ FISCHER E-Books, p. 142


      Dieses im Plauder- und Anekdotenstil geschriebene Sachbuch bringt Lesenden nicht nur den Maler Caspar David Friedrich näher sondern auch seine künstlerischen und politischen Zeitgenossen. Schriftsteller - das jahrelange Geplänkel zwischen ihm und Goethe hat mich maximal amüsiert - Fürsten, Zaren in all ihrer Verwobenheit miteinander. Doch nicht nur die konkrete Zeit des Malers wird mit all ihren insbesondere menschlichen Anekdoten erzählt sondern auch der Weg seiner Bilder durch die Zeiten bis heute an Geschichte(n) über und um sie herum verknüpft. Und da gibt es so einige! 


      Nazizeit, 68er, russischer Sozialismus … immer wieder polarisierten die Gemälde und wurden zum Thema. Wieder war es ein Buch, das mich zum nebenher Querlesen geradezu herausforderte mit interessanten Funden zu Autor, Landschaften, historischen Figuren … und vielem mehr …  die auch bei mir Verbindungen - völlig zufällige - zu früher gelesenem erbrachte. Ein Video bei Youtube z. B. von einer früheren Harald-Schmidt-Show-Ausgabe, in der Florian Illies als Gast geladen ist (Verbindung hier: Tankred Lerch, dessen Buch ich kürzlich gelesen habe,  hat jahrelang für die Show geschrieben):



      Dass viel Arbeit und Recherche an Originalplätzen - wo es größtenteils geschrieben wurde - in Museen und Galerien, an Universitäten und bei Privatpersonen gekostet hat, davon bin ich überzeugt. Man merkt es an unendlich vielen Stellen, an denen akribische Sorgfalt und unglaubliches Aufstöbern von Randbegebenheiten ersichtlich ist. Ein Buch, das bei einer im Grunde Geschichtsbanausin und bisher die bildenden Künste eher nur am Rand Konsumierende wie ich es meistens bin,  auf sehr unterhaltsame und spannende Art beim Lesevergnügen auch Wissenszuwachs vermittelt hat.



      Wirklich beklemmend aber wird die Geschichte, wenn wir noch einmal auf jenen Herrn mit Hut blicken, der das Bild der Nationalgalerie 1937 verkauft hat. Martin Brunn nämlich ist Jude, und der »Watzmann« Friedrichs hat über viele Jahre in jenem Raum in seiner Wohnung gehangen, der für die geheimen Treffen seiner jüdischen Gemeinde in Wilmersdorf genutzt worden ist. Nun braucht Brunn Geld für die Emigration seiner Familie. Natürlich hat Hanfstaengl das dem Führer verschwiegen. Ja, Hanfstaengl hat dem jüdischen Besitzer nicht nur einen fairen Preis zu bezahlen versucht, obwohl der gar nicht gewusst hat, welchen Schatz er bei sich in der Wohnung gehabt hat, sondern er hat im selben Jahr, als der »Watzmann« in der Nationalgalerie aufgehängt wird, auch protestiert, dass die Expressionisten als »Entartete Kunst« abgehängt werden. So wird er schon am 26. Juli, also ein halbes Jahr nach dem Ankauf, entlassen – vielleicht auch, weil inzwischen ruchbar geworden ist, dass für den »Watzmann«, mit dem Friedrich nun als größter Meister der »nordischen Rasse« gefeiert wird, Hitlers Geld an einen Juden gegangen ist. Sobald der jüdische Glaube des Besitzers bekannt wird, sperrt der Staat das Geld der Familie Brunn, unter anderem und perfiderweise als sogenannte »Judenvermögensabgabe«. Aber womöglich können mit Teilen des Verkaufserlöses die Kinder der Brunns 1938 doch nach England emigrieren, und 1941 gelingt es sogar den Eltern. — Illies, Florian. „Zauber der Stille.“ FISCHER E-Books, p. 104


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      Montag, 23. Februar 2026

      Bernardo Zannoni, Mein erstaunlicher Hang zu Fehltritten



      • Verlag: Rowohlt Hundert Augen 
      • Übersetzt von: Julika Brandestini
      • Erscheinungstermin: 13.06.2023 
      • ISBN: 978-3-498-00332-6 
      • 256 Seiten
      • „Vielleicht ist es das, was der Tod uns lehrt, diejenigen, die von seiner Ankunft wissen: Dieser dunkelste Augenblick ist ein einsamer Gang, in den Windungen des Selbst, wo alles entgleitet, und man versucht, es noch einmal am Schopf zu ergreifen. Es ist die Seele dieser Welt, ihre größte Kraft; niemand bittet darum, geboren zu werden aber auch nicht darum, wieder zu gehen.“(S. 156)

      • 🦫 🦊 🐗 

      Mittwoch, 18. Februar 2026

      Ljudmila Ulitzkaja, Alissa kauft ihren Tod

      Ljudmila Ulitzkaja, 1943 geboren, wuchs in Moskau auf und ist eine der wichtigsten zeitgenössischen Schriftstellerinnen Russlands. Sie schreibt erzählende Prosa, Drehbücher, Hörspiele und Theaterstücke.             2008 erhielt Ljudmila Ulitzkaja den Aleksandr-Men-Preis für die interkulturelle Vermittlung zwischen Russland und Deutschland, 2014 den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur, 2020 den Siegfried Lenz Preis. — Ulitzkaja, Ljudmila. „Alissa kauft ihren Tod.“ Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, 2022, p. 253

      Hauptsächlich - aber nicht nur -  von Frauenschicksalen handeln die Geschichten im Band mit vielen unterschiedlichen Erzählungen. Unterschiedliche Schicksale mit auch vielen Ähnlichkeiten. Krankheiten (Schlaganfälle dominieren;),  Alkohol, ungewöhnliche Wendungen und Gedankengänge. Liebes- und familiäre Bindungen jedweder Richtung.

       Häufiges Motiv: plötzliche Schicksalswendungen ins Gegenteil dessen, was es anfangs zu sein schien: aus scheinbar glücklichen Fügungen entstehen schlimmste Schicksale und umgekehrt. Wobei auch die sehr häufig eher dusteren Wendungen und Todesfälle ruhig, im flüssig-undramatischen Erzählstil wie von einem weitgehend unbeteiligten Zuschauer beobachtet erzählt werden. Ruhig, eingängig, anschaulich.

      Mir war’s oft insgesamt ein wenig zu … dunkel. Bei manchen der Geschichten war es leicht und spannend mitzugehen, bei einigen anderen eher deutlich weniger. 

      Wie kam ich drauf? -> Die nächste Lücke in der alphabetischen Autorenliste (gelesene Bücher seit 2025) ist damit geschlossen und ich stelle wieder einmal fest: sogar oder auch gerade die seltsamste Art der Lesestoffsuche, sei es nach frei assoziierten Suchbegriffen, Regionen oder wie in diesem Fall, Anfangsbuchstaben von Autoren, kann in bisher unbemerkte aber interessante Gefilde der Literatur führen. Anders, neu und schon von daher interessant.


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      Sonntag, 15. Februar 2026

      Tankred Lerch, Es muss wie ein Unfall aussehen

      ISBN 978-3-95453-292-6
      Erscheinungsdatum: 10.05.2024
      224 Seiten
      Verlag Becker-Joest-Volk

      Um das Thema “Humor und Schreiben” noch ein wenig zu vertiefen (siehe auch vorherigen Beitrag), suchte ich nach passender aktueller Literatur und fand den mir bis dahin völlig unbekannten aber bereits vielfach ausgezeichneten Autoren, Moderator (und mehr) Tankred Lerch bzw. seinen 2024 erschienen Ratgeber für unterhaltsames und auch humorvolles Schreiben. 

      Wobei “Ratgeber” sich sachlicher und nüchterner anhört als das Buch real daherkommt. Obwohl der Humor - insbesondere der der dort erwähnten Comedy-Größen aus Film und Fernsehen - sich in weiten Teilen nicht mit meinem deckt, habe ich gelegentlich laut und herzhaft gelacht angesichts der geschilderten humorigen Anekdoten. Es macht Spaß und bringt Mehrwert.

      Die meisten der genannten Filme, TV-Serien, Serienschreiber und auch Comedians kannte ich bis dahin nicht oder kaum weil ich - wie erwähnt - einen sehr unterschiedlichen Humorstil mag und überhaupt kaum fernsehe. Comedy gar nicht. Völlig humorlos eben. Habe also begleitend zum Lesen viel in Mediatheken und auf YouTube rumgestöbert. Waren durchaus interessante Entdeckungen dabei.

      Möglicherweise fand ich viele der Tipps und Ideen auch gerade deshalb so interessant und nützlich, weil die Sichtweise eine andere ist als meine es in gleichen Sachlagen gewesen wäre?! 


      ✍🏼


      Montag, 9. Februar 2026

      Sven Regener, Zwischen Depression und Witzelsucht

      • ISBN: 978-3-86971-310-6, 96 Seiten 

      • Heute wurde ich von deinem Lachen geweckt!” 
      • Nicht vorwurfsvoll sagte es der beste Ehemann, sondern eher neugierig, was wohl seine ansonsten doch eher als tendenziell humorlos bekannte Gattin - also mich - am frühen Morgen eine Etage unter ihm in der Küche beim Kaffee sitzend, so schallend hat auflachen lassen.
      • Ein recht kurzes Büchlein mit einem Essay bzw. einer fachlich-theoretischen Abhandlung war es. Eigentlich ein Vorlesungsmanuskript, in dem Sven Regener das Wesen des Humors bzw. der sehr unterschiedlichen Arten von Humor in der Literatur zu ergründen und vorzustellen sucht. 
      • Am liebsten würde ich gleich die Hälfte des Textes zitieren vor lauter Begeisterung darüber, wie präzise, sachlich und fachlich sauber das Thema angegangen wird und bei alledem unterhaltsam bleibt (die Stelle, die mich am heutigen Morgen laut hat auflachen lassen .. hebe ich mir für eine spätere - vermutlich sehr viel spätere … Vorstellung eines anderen Buches vom Autoren auf. Bisher kenne ich noch keines - aber nun ist “Herr Lehmann” auf meiner Leseliste gelandet).
      • Ich belasse es bei diesem einen Zitat  (wer mag, kann ja die oben verlinkten Besprechungen anklicken ;)
      • “Humor ist sowieso beliebt. Niemand will einer sein, der keinen hat.Wer als humorlos gilt, hat schon verloren. Humor gilt als etwas Gutes. Anders der Witz. Bei Witzen unterschiedet man gerne zwischen gut und schlecht, geistreich und primitiv, verletzend und harmlos. Humorlosigkeit lässt sich kein Autor gerne unterstellen, witzig wollen aber die wenigsten sein. Für mich liegt darin ein Widerspruch.”

      • 😅