lizzyliest
Donnerstag, 23. Juli 2026
Montag, 13. Juli 2026
Monika Feth, Der Libellenflüsterer
Das schreibt der PenguinVerlag dazu:
Jettes Freundin Merle ist Tierschützerin mit Leib und Seele. Als sie für einen Artikel zum Thema Tierquälerei recherchiert, wird sie mit einem Fall aus ihrer Vergangenheit konfrontiert: Ein Hund, den sie einst vermittelt hatte, starb wenige Wochen später auf grausame Weise. Der neue Besitzer wurde angeklagt und aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Nun kreuzen sich ihre Wege erneut und Merle kommt einem weit gefährlicheren Geheimnis auf die Spur…
Die fulminante Spiegel-Bestsellereihe von Monika Feth begeistert Millionen Leser:innen. Die Jette-Thriller sind nervenzermürbend, dramatisch und psychologisch brilliant erzählt. Atemberaubende Spannung der Extraklasse!
Taschenbuch, 528 Seiten,
Erschienen am 10.08.2015
ISBN: 978-3-570-30957-5
Auch auf Krimi-Bewertungsportalen und bei Amazon sind die Bewertungen überwiegend positiv. Trotzdem kann ich mich dem nicht anschließen. Hier und da gibt es einigermaßen spannend konstruierte Abschnitte. Wenn aber auf den ersten hundert Seiten - und das ist der Fall - mehrere komplett voneinander getrennte Erzählstränge auch mit vielen Nebeninfos, die niemals wieder eine Rolle spielen, langatmig verfolgt und erst nach hundert Seiten irgendwie mühsam zusammengeführt - um nicht zu schreiben: mühsam zusammengeflickt - werden, dann ist das für mich in erster Linie zäh.
Der Buchtitel recht nett … aber wo ist die Verbindung zum Text? Nicht vorhanden. Das Cover ist auch hübsch - ich glaube, es war der Grund für meine Ausleihe. Aber auch dazu: keinerlei Verbindung im Buch. Wurde da was vertauscht?
Auch die Charaktere für mich nicht glaubwürdig sondern oft regelrecht widersprüchlich. Eben so, zwei Kapitel später total konträr. Für mich am nervigsten die endlosen Tiraden zu Tierschutzaktionen mit auch geschilderten Einzelfällen obwohl das Thema des Krimis (gibt‘s eins?) absolut nichts damit zu tun hat und auch die geschilderten Episoden absolut nullkommanull Rolle im Plot spielen.
Für mich kam beim Lesen das Gefühl auf, die Autorin hätte einfach mal alle Ideen, die sie für Bücher im Kopf hat - und da sind einige brauchbare dabei - in einen Topf geworfen, sich Szenen dazu ausgedacht und Personen (viel zu viele - man muss nicht nur viele Menschennamen, die keine Rolle spielen, unterbringen sondern auch noch uferlos viele Katzen- und Hundenamen, von denen einige tragende, andere überhaupt keine Rolle spielen … verwirrend) konstruiert, die jetzt mit aller Gewalt einen Platz im Buch finden sollten. Manche wurden wohl auch aus vorherigen Bänden der Reihe (die ich nicht gelesen habe) übernommen.Und nun irren sie rollenlos darin herum …
🙈
Sonntag, 5. Juli 2026
Moa Herngren, Scheidung
• Moa Herngren, Scheidung
Erster Teil einer Art „Beziehungstrilogie“ und in Schweden ein Bestseller der Autorin Moa Herngren. Warum auch immer.
Die schlichten Titel und natürlich die recht guten Rezensionen sprachen mich an aber nach 400 Seiten Klischeegeheule - im Wechsel zunächst von der verlassenen Klammerfrau, dann vom vor lauter Stress dauerschweigenden und wortlos zur nächsten Klischeefrau wechselnden KlischeeArzt geschildert - bin ich der Meinung: die hätten auch zusammenbleiben können. So vollkommen unreflektiert, wie von beiden Seiten sich selbst bemitleidet wird. Zumal der gefragte Arzt nahtlos weiterschweigend und Theater spielend zur nächsten Frau wechselt und genauso jämmerlich ins nächste Dackelverhältnis wechselt.
Mal abgesehen von auch zeitlichen Unlogiken (seit 32 Jahren verheiratet, 16jährige Zwillinge aber die Frau hat - weil sie sich nur um die Familie und die Kinder kümmern wollte - direkt das Studium abgebrochen und später einen eher caritativen Teilzeitjob angenommen. Da fehlen 16 plausible Jahre … nur so als Beispiel) mal abgesehen davon grenzte es für mich an Folter, diese gruseligen Charaktere zu ertragen. Oberflächliches Schmierentheatergequatsche ohne den Hauch von Nähe, Offenheit und Tiefgang. Selbstmitleid, Selbstbeweihräucherung und unausgesprochene Schuldzuweisungen an den Partner bei dauerdrückender Lebenslast. Ja heult doch weiter! Aber bitte leiser … (ja, geklaut … ich weiß …)
Nebenbei bemerkt: die Zwillinge des Protagonistenpaares wurden vermutlich im Reagenzglas gezeugt denn die vierhundertseitige Schilderung einer dann zerbrechenden Ehe mit nahtlosem und sprachfreiem Wechsel des Gatten zur nächsten Frau kommt komplett alles ohne das Thema „Sexualität“ im weitesten Sinne aus und auch ohne die kleinste Andeutung von Berührungen und Körperlichkeit aus.. Also ich meine: zumindest ein Randthema hätte das bei einer über dreißigjährigen geschilderten Ehe doch mal sein dürfen wenn das Thema die Auflösung selbiger mit Blick ins innere ist …
Aber zig Seiten Küchengestaltung, vorwurfsvolles Geklammere und Gejammere auf der Einen und beruflicher Stress mit Weltretterverantwortung (da muss mensch doch Verständnis haben, oder?), Dackelgehorsam, verlogenes Schweigen und Flucht zur nächsten Frau auf der anderen Seite. Und selbst als der nahtlose Wechsel zu selbiger stattfindet, wird lediglich kurz angemerkt, wie primitiv die Menschen in der Umgebung doch urteilen, wenn sie denken, der Gatte wolle lediglich ins Bett der Neuen. Wo es doch um nichts geringeres geht als endlich wirklich verstanden und nicht mehr nur mit Vorhaltungen belästigt zu werden.
War es Masochismus, dass ich doch durchgehalten habe und mich durch filigrane Sektkelche, perfekt gestylte Küchenentwürfe, die eine Lebensaufgabe der Ehefrau darstellen und die Familie in den Ruin treiben, lästernde Pärchenpartys und aufgesetztes heile-Familie-Getue gekämpft habe? Also: geschildert nicht als Enttarnung einer oberflächlichen Gesellschaft ohne Tiefgang sondern so ganz als „normales Leben“ gemeint. Und solche oberflächlichen gegenseitigen Maskenspiele finden tatsächlich über Jahrzehnte real statt und nennen sich „gute Ehe“? Es wurde mir von einem realen Menschen bestätigt, dass eher „ja“. Puh!
Ich habe durchgehalten und mit wachsendem Widerwillen gegen dieses ganze gruselige unreflektierte Konstrukt zu Ende gelesen - die beiden Folgeromane der Trilogie: „Schwiegermutter“ und „Geschwister“ aber danach von meiner Stadtbücherei-Merkliste (einer von mehreren) umgehend gelöscht. Ist ja schön, wenn diese Will-Lesen-Listen, wie Doris sie nennt, auch mal ein bisschen zusammengeschrumpft werden anstatt sich in Rekordgeschwindigkeit immer weiter aufzublähen.
Klappentext:
Bea und Niklas sind seit über dreißig Jahren ein Paar. Mit zwei Töchtern im Teenageralter und einer komfortablen Wohnung mitten in Stockholm führen sie gutes Leben. Als Niklas eines Abends nach einem belanglosen Streit ohne Erklärung die Wohnung verlässt, ist Bea fassungslos. Sie erwartet, dass er reumütig nach Hause kommt, sobald er sich beruhigt hat. Aber die Stunden vergehen ohne Nachricht von Niklas. Stattdessen verhärten sich die Fronten, und die Lage spitzt sich zu: Bea muss nicht nur erfahren, dass Niklas eine andere Frau kennengelernt hat, er hat zudem keinerlei Interesse, über die plötzliche Krise zu sprechen, und fordert die Scheidung.
Doch kommt die Scheidung wirklich aus heiterem Himmel? Ist der Verlassende immer der Böse? Was kommt zum Vorschein, wenn man beginnt, an der Oberfläche zu kratzen?
💒
Mittwoch, 1. Juli 2026
Hape Kerkeling, Gebt mir etwas Zeit
Gebunden, 368 Seiten
KLAPPENTEXT
Sonntag, 28. Juni 2026
Sunil Mann, Ziemlich beste Verbrecher
Für mich ein ziemlich schlechter Krimi. Die mühsam konstruierte weder spannende noch für mein Empfinden witzige Handlung (einige der Rezensionen sehen das anders) mühsamst aus kaum zusammenpassenden Bruchstücken zusammenkonstruiert. Vom Himmel fallende Wendungen und Personen noch im letzten Drittel zum Teil aus Not irgendwie auch noch in die anstrengenden Längen der Handlung reingequetscht. Unglaubwürdige Personenschablonen mit noch unglaubwürdigeren nicht enden wollenden Dialogen. Oft ohne Belang.
Montag, 22. Juni 2026
Bonnie Garmus, Eine Frage der Chemie
Piper Verlag, München 2022
ISBN 9783492071093
Gebunden, 464 Seiten
Eine passende Lektüre auf dem Weg zum 45sten Abitreffen für eine, die damals immerhin Chemie-Leistungskurs hatte. Wenn auch mit deutlich weniger Talent im und anhaltende Begeisterung für das Fach als die fiktive und dabei sehr lebensnah geschilderte taffe Hauptprotagonistin des Buches.
Die Rezensionen überwiegend sehr positiv und es stand für eine Weile auf der SPIEGEL-Bestsellerliste auf Platz 1. Unterhaltungsroman mit auch mutig angegangenen Themenfeldern. In der Bilanz trotz - wie könnte es bei mir anders sein ;-) - für mich persönlich kleiner Einschränkungen (die aber vermutlich genau das ausmachen, was die große Leserschaft anzog) eine unterhaltsame Lektüre.
Dienstag, 16. Juni 2026
Abgebrochene Bücher 2026
Nachdem ich in den letzten Tagen gleich zwei Bücher irgendwo in der ersten Hälfte abgebrochen habe, habe ich mich entschlossen, sie zur besseren Merkbarkeit in einer Sammelliste, die dann jeweils von unten nach oben aktualisiert wird, zu notieren und dadurch hier auch samt Abbruchgrund vorzuzeigen. Sonst kann ich mir gerade diese AutorInnen gar nicht merken.
- Maria Sanchez, Der Blinde Fleck (eBook)
ISBN 9783737102377
Gebunden, 224 Seiten
ISBN 9783608966886
Gebunden, 192 Seiten
- Paul Bokowski, Hauptsache nichts mit Menschen (Kartoniert)
Auch hier gilt: vermutlich reine Geschmackssache. Ich würde nie behaupten, dass irgendwas schlecht geschrieben wäre an den Geschichten. Vielleicht taugte mir auch in erster Linie das Hörbuch-Format nicht. Jedenfalls stellte ich irgendwann fest, dass ich mich beim Zuhören über die Inhalte langweile, ich die Episoden völlig belanglos finde. Oder sogar in ihrer Denkrichtung bzw. den Handlungsmustern nervig.
Es sind Geschichten aus dem Leben der Autorin, in denen sich ein sehr unterschiedliches Denken, eine andere Herangehensweise etc. zeigt als ich sie selber habe oder in vergleichbaren Situationen haben würde. Was ansich auch interessant oder sogar das Interessante an Geschichten sein könnte: das Andere. In diesem Fall hat‘s mich aber nicht gepackt und ich so ca. nach dem ersten Drittel aufgehört.
Immerhin war ich neugierig genug, mich auf der Webseite der Onleihe einzuloggen (was ich so gut wie nie tue), nur um nachzusehen, auf wie vielen Bewertungen die dortige fünf-Sterne-Bewertung basiert. Was man in der App nicht nachschauen kann, auf der Webseite aber schon. Es war exakt eine Bewertung ;)
Samstag, 13. Juni 2026
Jean Hanff Korelitz, Die Nachzüglerin
Gebunden, 496 Seiten
Großartige Sprachgemälde mit mehr als einem doppelten Boden enthält dieses Familienepos einer hochgradig dysfunktionalen New Yorker Familie.
Ein „ich sollte schlafen aber muss weiterlesen“-Roman.
KLAPPENTEXT:
„Endlich, endlich blitzte ein kleiner Funke Realität durch das Kraftfeld ihrer störrischen Selbsttäuschung und bescherte ihr den ersten Anflug einer Erkenntnis: dass sie zwei Erwachsene plus drei gleichzeitig entstandene Kinder waren. Fünf Menschen unter einem Dach. Aber keine Familie. Und ihr Mann, dem sie während all der Jahre längst nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt hatte, war ihnen allen unbemerkt entschlüpft und verschwunden. Nicht im physischen Sinne, obwohl sein physisches Selbst jeden Abend etwas später von der Arbeit heimkam, nach immer längeren Aufenthalten in dem Lagerhaus in Coney Island oder Red Bank oder wo immer es auch sein mochte – aber sein aufmerksames, zugewandtes, sein eigentliches Selbst, das wohnte mittlerweile ganz woanders.“ — Korelitz, Jean Hanff. „¬Die¬ Nachzüglerin.“ Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH, p. 71
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Dienstag, 9. Juni 2026
Prof. Dr. rer. nat. Martin Smollich, Der Nährstoff Kompass
978-3-8338-9351-3 (ISBN)
Samstag, 6. Juni 2026
Elif Shafak, Am Himmel die Flüsse
ISBN 9783446280083
Gebunden, 592 Seiten
Mein Herz hat mich zu diesem Roman geführt. Dieser Roman ist meine Liebeserklärung an Flüsse — diejenigen, die noch voller Leben sind, und diejenigen, die es längst nicht mehr gibt. — Shafak, Elif. „Am Himmel die Flüsse.“ Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, 2024, p. 564
























