lizzyliest
Sonntag, 1. November 2026
Freitag, 30. Oktober 2026
Florian Aigner, Warum wir nicht durch Wände gehen, unsere Teilchen aber schon
ISBN:
978-3-7106-0689-2
Format: 13.5 x
21 cm
Seiten:
264
Brandstätter Verlag, Wien 2023
Klappentext:
„Die Welt der Quanten ist voller atemberaubender Geschichten und Ideen – von winzigen Teilchen, die sich an zwei verschiedenen Orten gleichzeitig befinden, von Katzen, die gleichzeitig lebendig und tot sind, von geheimnisvoller Teleportation.Gleichzeitig bestimmt Quantenphysik längst unseren Alltag: Laser, Mikrochips oder MRT-Bilder wären ohne Quantentheorie nicht möglich.
Immer wieder heißt es: Quanten sind so kompliziert, dass sie höchstens von ein paar Wissenschaftsgenies verstanden werden können.
Stimmt nicht, beweist Wissenschaftserklärer und Quantenphysiker Florian Aigner in seinem neuen Buch!
Die Welt der Quanten kann jede*r verstehen, wenn wir aus unseren gewohnten Denkmustern ausbrechen. Wie das gelingt, zeigt der Bestsellerautor auf einem Trip in die erstaunliche Welt der kleinsten Teilchen – unterhaltsam, höchst erhellend und horizonterweiternd.
Jede*r kann Quanten verstehen – und damit die Welt!“
💭
Ich hatte einen Traum … nachdem ich vor dem Einschlafen in diesem Buch den Abschnitt über die Zeit gelesen hatte. Hier ist er - oder das, was ich daran beim Aufwachen noch erinnerte, denn beim sehr langsamen Aufwachen ließ sich der Trauminhalt nur noch als Gefühlsschwubbel und Restinhalt erahnen. Der Traum offenbarte sich nicht in Sprache mit Worten sondern als gefühlte Gewissheit:
Der Gewissheit, dass es außerhalb der dafür geschaffenen „Hirngefäße“ von Lebewesen keine Zeit gibt. Dass Zeit lediglich ein für die hiesigen Lebewesen existierendes Ablaufmuster innerhalb der eigenen Struktur ist und es sie schlicht übergreifend nicht gibt. Also auch kein „Jetzt“, kein „Ich“ oder „Du“. Kein Gestern, kein Morgen und somit immer nur kurze Manifestationen von … ja was … Energie? Wie auch immer unser Hirnmuster mit unseren Worten das nennt.
Alles ist - genauso wie das uns umgebende Universum und alle anderen Universen darüber hinaus nicht nur winzigst. Es ist schlicht NICHTS. Wobei nichtmal „Nichts“ existiert, nichtmal das. Mein Traum hatte sozusagen die Zeit, die alles seit dem vermuteten Urknall daraus hat entstehen lassen, rückabgewickelt.
Ich wusste im Wachwerden, dass ich genau DAS NICHTS in ALLEM im Traum soeben erfahren und auch lückenlos bewiesen hatte. Letztlich hatte ich damit sogar die Annahme der Quantenphysik bewiesen und gleichzeitig widerlegt dass ein perfektes Nichts gar nicht möglich ist.
Es fühlte sich … ein bisschen haltlos aber auch schwerelos an. Alleine in der Wüste oder am Südpol unter nächtlichem Sternenhimmel zu sitzen ist sicher ein verwandter Anklang für‘s Gefühl aber vergleichsweise so klein wie ein Staubkörnchen im Universum gegen das Gefühl dieses Traums. So war‘s. Hat nachgewirkt. Leider haben sich die konkreten Beweisstücke - falls es sie gab und vermutlich gab es sie nicht weil im menschlichen Ausdrucksvermögen und in der Hirnfähigkeit keine Ausdrucksmöglichkeit dafür existiert - im Wachsein wieder aufgelöst und sind ins nichtNichts entschwebt. Wird also auch nichts mit Nobelpreis.
Und obwohl ich nach dem an vielen Stellen mit physikalischem Wissensinhalt überhuschelten Lesen ganz sicher kein Fünkchen klüger in Sachen Physik oder gar Quantentheorie geworden bin, weiterhin alles, was sich meinen direkten Sinneswahrnehmungen entzieht nicht wirklich kapiere, war das Buch die mit Lesen verbrachte Zeit schon wegen dieses Traums mehr als wert.
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Samstag, 24. Oktober 2026
Jan Weiler, Das Vogelhaus
- Über das Glück, zu helfen - über erwachsen werden, alt werden und hilfsbedürftig - über das Weglaufen und Zurückfinden - über Angst, Mut und über Heimat
»Das Vogelhaus ist warmherzig, lustig, aber Jan Weiler hat auch ein Anliegen damit.« NDR Kulturjournal
»Mit trockenem Witz erzählt Weiler von alten Ängsten und skurrilen Begegnungen, bei denen Komik und Mitgefühl eng beieinanderliegen und die Tragik zwischen den Zeilen aufscheint.« Hörzu / Gong
»Warmherzig und wunderbar beobachtet … Eine Hommage an Freundschaft und die Kraft der Liebe.« Für Sie
Dienstag, 20. Oktober 2026
Lukas Maisel, Wie ein Mann nichts tat und so die Welt rettete …
… oder zumindest den dritten Weltkrieg und die Auslöschung der Menschen verhinderte …
Gänsehautroman. Und das nicht nur aber in erster Linie, weil er auf einer nur zu wahren Begebenheit basiert.
Ein posthumer Dank geht auch von mir an Stanislaw Petrow, der dazu beigetragen hat, dass ich älter werden durfte als nur 21 Jahre.
Klappentext:
Sowjetunion, 1983. Stanislaw Petrow lebt ein beschauliches Leben mit seiner Frau Raisa und den beiden Kindern Jelena und Dimitri. Jeder Tag folgt derselben Ordnung. Arbeit, Schule, Piroschki mit Pilzen zum Abendessen. Was ihr «Stasik» den ganzen Tag bei der Arbeit genau macht, weiß seine Familie jedoch nicht. Eine streng geheime Tätigkeit in einem geheimen Städtchen. Eines Nachts übernimmt Petrow die Schichtleitung für einen erkrankten Kollegen – und wird bei seiner Rückkehr nicht mehr derselbe sein. In einer scheinbar normalen Nacht im Jahr 1983 hat Stanislaw Petrow über das Schicksal der ganzen Welt entschieden.
Lukas Maisel führt uns mit seinem neuen Roman in die Zeit des Kalten Krieges, in der ein Fehlalarm des atomaren Abwehrsystems fast einen Dritten Weltkrieg ausgelöst hätte. In seiner unverwechselbar eleganten Prosa erzählt er von Zufall und Schicksal – von einer historischen Begebenheit, die gespenstisch aktuell ist.
Sonntag, 18. Oktober 2026
Jina Khayyer, Im Herzen der Katze
Ein bewegender, ein emotionsgewaltiger autobiographischer Roman der deutschen Journalistin, Malerin und Schriftstellerin Jina Khayyer über die Frauen- und Freiheitskämpfe im Iran.
Besonders berührt haben mich die lebendigen Bilder und noch mehr die wunderschöne Sprache Farsi mit ihren Redewendungen wie kunstvoll gewundene Ornamente. Einige davon habe ich mir notiert - Māshāllāh!
Suhrkamp Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783518432488
Gebunden, 253 Seiten
KLAPPENTEXT:
Freitag, 16. Oktober 2026
Heinrich Steinfest, Der betrunkene Berg
Soll heißen: ich fand‘s ein bissel überladen. Aber das soll wohl so.
Ein Durcheinander an belanglosen und tragödienhaft-gigantischen Episoden. Handelnde Personen mit schier unglaublich komplizierten Lebensgeschichten; oft angesiedelt im Künstler-, Weltpolitik- oder Hochfinanz-Milieu. Die Leitgeschichte hier aber abgeschnitten. Quasi im Off. Dazu noch eine vorgelesene Buchgeschichte eingeflochten.
Gegenstände und Schlagwörter manchmal weitgehend zusammenhanglos zwischengestreut, in denen schnelle Autos, teure Klamotten, hochpreisiger Alkohol oder presseumwimmelte Veranstaltungen eine Rolle spielen oder sexuelle (Männerwunsch?) Phantasien. Irgendwie spielen Schuld und Verdrängen die Hauptrollen. Einfrieren, sich erinnern, erkennen von Gemeinsamkeiten. Parallelbilder.
Die Sprache Steinfests wurde von anderen Kritikern mit „beschwippste Fabulierlust“ bezeichnet und so könnte man es nennen denn oft verwischen die Zusammenhänge und Handlungen im Unverständlichen. Die gemalten Bilder sind eher springend. Ich gestehe: meins ist‘s zumindest hier nicht wirklich. Vielleicht mal einen anderen Titel vom preiseüberschütteten Autoren versuchen? Weiß noch nicht ….
Leseprobe:
Champagner gehörte für Robert zu den Getränken, die bei ihm gleich hinter Wasser rangierten. Er konnte Wasser einfach nicht leiden. Sosehr er um dessen Bedeutung für das Leben wusste, und sosehr es ihm Kraftstoff in seiner Zeit als Boxer gewesen war. Er winkte den erneut vorbeieilenden Kellner zu sich und flüsterte ihm eine Bestellung ins Ohr. Der Eiskunstläufer nickte und glitt davon. Um nur wenig später mit einem wuchtigen, kreisrunden Glas zurückzukehren, darin die honiggelbe Flüssigkeit eines vierzehnjährigen Iren in sanften, öligen Wellen gegen die gläserne Wand stieß. O ja, das war sein Wasser, Uisge Beatha, das Wasser des Lebens.
Eingedenk des bekannten schottischen Trinkspruchs, nach dem ein Glas fabelhaft, zwei zu viel und drei zu wenig seien, konnte man Robert – so rettungslos verliebt und rettungslos verloren – zur Gruppe derer zählen, für die drei zu wenig waren.
Obgleich er wusste, dass das sein Unglück war. Und damit waren gar nicht seine Leber oder sein Verstand gemeint. Sondern der Umstand, die vernünftige Gruppe derer, die ein Glas fabelhaft fanden, verlassen zu haben. Seine Liebe allein im Zustand der Maßlosigkeit leben zu können.
Das ging so weit, dass, wenn er nachdachte, welche Menschen ihm die liebsten waren, er jene auswählte, die so versoffen waren wie er selbst. Auch wenn er sonst rein gar nichts Gutes an denen finden konnte.
Natürlich war es anders bei seinen Töchtern, die er zum wiederholten Male mit seinen langen, mächtigen Bildhauerhänden umfasste, während er in der einen Hand noch immer sein Glas hielt, in dem seine Geliebte schwamm.
Er war bekanntermaßen ein Tier, jemand, der ungemein viel aushielt und viel vertrug, so, wie er früher ungemein viele Schläge hatte einstecken können. Aber auch Leute, die viel einstecken können, fallen irgendwann einmal um. — Steinfest, Heinrich. „¬Der¬ betrunkene Berg.“ Piper ebooks, p. 135,136
KLAPPENTEXT
ISBN 9783492070133
Gebunden, 224 Seiten,





