Ljudmila Ulitzkaja, 1943 geboren, wuchs in Moskau auf und ist eine der wichtigsten zeitgenössischen Schriftstellerinnen Russlands. Sie schreibt erzählende Prosa, Drehbücher, Hörspiele und Theaterstücke. 2008 erhielt Ljudmila Ulitzkaja den Aleksandr-Men-Preis für die interkulturelle Vermittlung zwischen Russland und Deutschland, 2014 den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur, 2020 den Siegfried Lenz Preis. — Ulitzkaja, Ljudmila. „Alissa kauft ihren Tod.“ Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, 2022, p. 253
Hauptsächlich - aber nicht nur - von Frauenschicksalen handeln die Geschichten im Band mit vielen unterschiedlichen Erzählungen. Unterschiedliche Schicksale mit auch vielen Ähnlichkeiten. Krankheiten (Schlaganfälle dominieren;), Alkohol, ungewöhnliche Wendungen und Gedankengänge. Liebes- und familiäre Bindungen jedweder Richtung.
Häufiges Motiv: plötzliche Schicksalswendungen ins Gegenteil dessen, was es anfangs zu sein schien: aus scheinbar glücklichen Fügungen entstehen schlimmste Schicksale und umgekehrt. Wobei auch die sehr häufig eher dusteren Wendungen und Todesfälle ruhig, im flüssig-undramatischen Erzählstil wie von einem weitgehend unbeteiligten Zuschauer beobachtet erzählt werden. Ruhig, eingängig, anschaulich.
Mir war’s oft insgesamt ein wenig zu … dunkel. Bei manchen der Geschichten war es leicht und spannend mitzugehen, bei einigen anderen eher deutlich weniger.
Wie kam ich drauf? -> Die nächste Lücke in der alphabetischen Autorenliste (gelesene Bücher seit 2025) ist damit geschlossen und ich stelle wieder einmal fest: sogar oder auch gerade die seltsamste Art der Lesestoffsuche, sei es nach frei assoziierten Suchbegriffen, Regionen oder wie in diesem Fall, Anfangsbuchstaben von Autoren, kann in bisher unbemerkte aber interessante Gefilde der Literatur führen. Anders, neu und schon von daher interessant.


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