Freitag, 23. Januar 2026

Joël Broekaert: Die Weltgeschichte in zwölf Bohnen

Titel und Cover dieses auch inhaltlich ganz besonders entzückenden kleinen Buches haben mich sofort angesprungen. Und das nicht nur (aber auch ;) weil Hülsenfrüchte bei mir spätestens seit meiner Spanien-Vorliebe immer vielfältigeren Einzug in unsere heimische  Küche gehalten haben. 

Nicht einmal das Stichwort „Geschichte“ ließ mich zurückschrecken 😆

Der niederländische (Bestseller)Autor  Joel Brokaert  Restaurantkritiker und Historiker, schafft mühelos, was Jahre an Geschichtsunterricht bei mir selten vermochten: das Interesse für weltgeschichtliche Geschehnisse und Zusammenhänge zu wecken. 

„Dies ist ein Buch über Bohnen und Geschichte. Keine Geschichte der Bohne, sondern eine Weltgeschichte anhand von Bohnen. Und das ist gar nicht so weit hergeholt, wie es vielleicht auf den ersten Blick erscheinen mag.Essen ist eines der elementaren Bedürfnisse des Lebens. Sich mit Nahrung zu versorgen kann ein Grund dafür sein, umherzuziehen oder gerade die Entscheidung zu treffen, sich an einem Ort niederzulassen. Oder die Heimat ganz zu verlassen und auf neu entdeckten, unerforschten Kontinenten sein Heil zu suchen. Steht Ihre Lebensmittelversorgung oder die Ihrer Kinder infrage, ist dies ein Grund, sich zu streiten oder schlimmstenfalls Kriege zu führen.“ — Broekaert, Joël. „¬Die¬ Weltgeschichte in zwölf Bohnen.“ Diogenes Verlag AG, p. 4


Er weckt das Interesse nicht nur sondern stillt es auch mit sprachlicher Leichtigkeit, die immer wieder den Bogen vom Kleinen zum Großen und von der Anekdote zum Grundsatz spannt. Fluffig, einprägsam mit viel Humor und wie mühelos zusammengefügtem reichem Hintergrundwissen auf auch ganz anderen Wissens- und Interessensgebieten. Die Freude des Autors an allen Themen scheint immer wieder durch.

„Von Lebensmitteln im Allgemeinen ist es nur noch ein kleiner Schritt zu Bohnen im Besonderen. Bohnen standen nie im Ruf, besonders sexy zu sein. Zu keiner Zeit. Ein bisschen natürlich, weil sie Blähungen verursachen (warum, können Sie in Kapitel 3 lesen). Vor allem aber, weil Bohnen seit Jahr und Tag als Armeleuteessen gelten. — Broekaert, Joël. „¬Die¬ Weltgeschichte in zwölf Bohnen.“ Diogenes Verlag AG, p. 5“


Warum eigentlich wird das Vermitteln von Geschichte nicht viel häufiger an  Kulinarik und Essensumfeld angebunden? So stelle ich mir guten Geschichtsunterricht vor! Verfliegende Zeit beim Lesen und das wiederkehrende Bedürfnis, die an vielen Stellen aufploppende Begeisterung gleich nach außen zu tragen und Passagen daraus vorzulesen.

Aufgrund ihrer Vielseitigkeit und unerschöpflichen Anpassungsfähigkeit ist sie in alle Winkel der Welt vorgedrungen und hat sich an jedes erdenkliche Klima angepasst. Dieser Vormarsch der gemeinen Bohne war unaufhaltsam und ging oft auf Kosten der einheimischen Arten.Die gemeine Bohne. So sehr unterscheidet sie sich nicht von uns Menschen. — Broekaert, Joël. „¬Die¬ Weltgeschichte in zwölf Bohnen.“ Diogenes Verlag AG, p. 43

Jedes einzelne der Kapitel ein eigenes Highlight:


Von daher bin ich sehr froh, der Aufforderung  „…give peas a chance“ Folge geleistet zu haben noch bevor ich sie im Buch auf Seite 82 las 🤓


🫛🫘


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