Sonntag, 28. Dezember 2025

Joachim Meyerhoff, „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“

Äußerst unterhaltsam schreibt Joachim Meyerhoff, gar keine Frage! 

Und das auch über für mich persönlich eher als uninteressant abgespeicherte Lebenswelten und Themenbereiche  mit gespreizt sprechenden Familienangehörigen aus großbürgerlichem Milieu, exaltierten Schauspiellehrern und einer alles andere als alltagsnahen Theater- und Filmwelt.

Diese in vielen Bereichen selbstironisch-autofiktionalen Erzählungen standen - was ich zu der Zeit gar nicht mitbekommen hatte - lange auf Bestsellerlisten und wurden entsprechend häufig rezensiert

Daher beschränke ich mich auf die Feststellung: ich habe viel gelacht und werde irgendwann - mit Pause dazwischen - vermutlich nochmals bei der sechsbändigen Buchreihe zugreifen.

Dass der Titel ein Zitat aus Goethes „Werther“ ist, hatte ich nicht auf dem Schirm. Aber gefällt mir. 


🥃


Mittwoch, 24. Dezember 2025

Stefan Zweig, In der Mondscheingasse


Das Hörbuch nur eine knappe Vorlesestunde kurz eignete sich perfekt für eine längere Fahrt mit dem Bus.

Außerdem lässt sich auf diesem Weg ein bisschen was für das literarische Hintergrundwissen tun denn von Stefan Zweig hatte ich zwar gehört aber noch nie etwas gelesen oder mir vorlesen lassen.

Was kam bei mir neben der Atmosphären- und Charakterschilderung zweier entzweiter Menschen - einem ehemaligen Ehepaar - rüber? 
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Dass Geiz zu Recht eine „Todsünde“ ist und sehr stark auseinanderklaffende Einstellungen zum Thema „Geld“ in Ehen bei aller Liebe und Leidenschaft zerstörerisch wirken. Um‘s mal auf‘s profane runterzubrechen ;-)

»Er war in seiner Zeit weltweit einer der berühmtesten und populärsten deutschsprachigen Schriftsteller. Seine unter dem Einfluß Sigmund Freuds entstandenen Novellen zeichnen sich durch geschickte Milieuschilderungen und einfühlsame psychologische Porträts aus, in denen die dezente, doch unmißverständliche Darstellung sexueller Motive auffällt. Seine romanhaften Biographien akzentuieren die menschlichen Schwächen der großen historischen Persönlichkeiten.«
Marcel Reich-Ranicki

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Montag, 22. Dezember 2025

Jaroslav Rudis, Weihnachten in Prag


Eine sehr kurze illustrierte, ziemlich skurrile Weihnachts- oder auch Bierkneipenspaziergang-am-Heiligabend-Geschichte.

Erstaunlich, dass sie so viele Rezensionen bekommen hat. Vermutlich ist Weihnachten schlicht ein dankbares Kurzgeschichtenthema und Rezensenten froh, wenn es auch mal etwas weniger verstaubt erzählt wird.

Auch als nicht-Biertrinkerin habe ich beim Lesen Lust bekommen, nach einigen Jahrzehnten ein zweites Mal nach Prag zu fahren. Am besten, wenn Schnee liegt. Dort die Kirche Maria Schnee zu besuchen und natürlich die Gaststätte „zum ausgeschossenen Auge“.

„Doch, in Prag passieren solche Dinge, hat schon meine Oma gesagt. Und heute ist auch noch Weihnachten.« Und dann wird auf Weihnachten angestoßen und auf den Karpfen in der Badewanne und auf die Kinder und auf die Enkelkinder und auf das Wohl und auf Sparta Prag und auf Slavia Prag und auf Bohemians Prag und auf die Liebe und auf das Glück und darauf, dass man sich in einem Jahr wieder an diesem Tisch in diesem Lokal trifft und nicht auf einem Friedhof, und wenn doch auf einem Friedhof, dann zumindest auf einem, wo es gut gezapftes Bier gibt, so wie hier.“ — Rudiš, Jaroslav. „Weihnachten in Prag.“ Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH, 2023-08-16T08:04:30Z, p. 10



🍻


Sonntag, 21. Dezember 2025

Stefan Slupetzky, Nichts wie weg


Stefan Slupetzky, vielseitiger österreichischer Künstler (Autor, Musiker, Illustrator) war mir vor diesem Buch gänzlich unbekannt. 
Gut, dass sich das nun geändert hat denn dieses poetische moderne Liebesgeschichten-Märchen - geschrieben in spielerisch leichter aber emotional tiefgängiger herzerwärmender Sprache - macht bei aller Melancholie viel Spaß und unterhält wunderbar.

Irgendwo war es mir als „Lesetipp“ über den Weg geflimmert und weil in keiner von mir frequentierten Leihe vorrätig, habe ich mir diese dazu passende Lektüre für‘s Wohnmobil und damit für unterwegs als Festeinband gekauft. 

Es hat sich gelohnt! Wäre auch ein hübsches Geschenk. 🎁 





🏝️


Mittwoch, 17. Dezember 2025

Eva Baltasar, Mammut

Ein seltsames Büchlein: sehr kurz, bizarr, wechselhaft. Sprachlich eine Wucht. Inhaltlich eher ein wenig verstörend. Stand auf der Shortlist  des internationalen Buchpreises 2022.

Wobei es bei mir wechselte: inhaltlich am Anfang abstoßend aber gleichzeitig in den Lesesog saugend. Zwischenzeitlich auch inhaltlich regelrecht mitreißend, Sehnsüchte triggernd. Wieder abstoßend.  Beklemmend. Poetisch, pendelnd zwischen Beobachtungs- und Innenleben-Standort.

Es gehört zu einer Trilogie, die drei Frauenleben bzw. einen Ausschnitt daraus schildert. Gerne würde ich die anderen beiden auch noch lesen. Aber nur dieses gibt es (bisher) in deutscher Übersetzung (was ich mir gar nicht so leicht vorstelle). Originalsprache ist Katalanisch und fällt für mich raus. Ob ich mich an den Spanischen Versionen der anderen beiden versuche?





🐑




Dienstag, 16. Dezember 2025

Fatma Aydemir, Dschinns

Es ist ein emotionsgewaltiges Buch. 

Themen: Suche nach Zugehörigkeit und Identität. Familie aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und geschildert. Allen gemeinsam: das Leid am Schweigen. 
Rollen im Leben, Rollen in der Familie, in den widersprüchlichen Gesellschaften. Einsamkeit. Verletzungen. Sprachlosigkeit. Schuld.

Viel steckt drin im Roman - angesiedelt Ende der Neunziger Jahre mit einigen Jahrzehnten an Rückblicken - um eine türkische bzw. kurdische Familie, die in unterschiedlichen Etappen als Gastarbeiter(angehörige) nach Deutschland migrierten.

Größtenteils glaubwürdig geschilderte Charaktere, größtenteils gut und spannend zu lesende Episoden.



🇩🇪 🇹🇷



Freitag, 12. Dezember 2025

Annie Ernaux, Das andere Mädchen

„Lieb bedeutete auch zärtlich, anschmiegsam, »amitieux«, wie man im Normannischen über Kinder und Hunde sagte, »verschmust«. Ich hingegen war im Umgang mit Erwachsenen distanziert, ich beobachtete sie und hörte ihnen zu, statt sie zu umarmen, also galt ich nicht als lieb. 
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Sechzig Jahre später stoße ich mich immer noch an dem Wort, versuche ich, seine Bedeutung in Bezug auf dich und auf sie zu entschlüsseln, dabei war sein Sinn damals unmissverständlich, und es veränderte von einem Moment auf den anderen meinen Platz in der Welt. Zwischen ihnen und mir stehst von nun an du, unsichtbar, angebetet. Ich muss dir weichen, werde an den Rand gedrängt. In den Schatten gedrängt, während du oben im ewigen Licht schwebst. Ich, die Unvergleichliche, das Einzelkind, werde verglichen“. — Ernaux, Annie. „¬Das¬ andere Mädchen.“ Suhrkamp Verlag, 2023, p. 13 


Dieses sehr kurze Buch bzw. dieser sehr lange Brief an eine nie kennengelernte Schwester der Literaturpreisträgerin Annie Ernaux las sich für mich angenehm und gewissermaßen geschmeidiger als ich es im Vorhinein vermutet hätte. Damit gestehe ich, dass ich mich  Literatur-NobelpreisträgerInnen jüngeren Datums jeweils mit einem gewissen Misstrauen nähere wegen der gelegentlichen Beobachtung, dass sie sich dem flüssigen Lesegenuss nicht selten auch entgegenstellen. 

Eine sehr distanziert-beobachtende und dennoch emotionale Betrachtungsweise, die Abstand wahrt. Angenehm fließend zu lesen, der zweifelsfrei bis in Kleinstigkeiten exakt beherrschte Sprachgebrauch trotz offensichtlich ebenfalls gekonnter Übersetzung aus dem Französischen nicht in Frage zu stellen. 

Ob ich weiteres von ihr lesen werde … bin ich mir trotzdem noch nicht sicher … denn ihr in den Werken vorherrschendes Thema „Familie“ (insb. „Auseinandersetzung  mit der Mutter“) gehört nicht zu dem, was bei mir sofort andockt. Das ist ja doch sehr individuell.


👼🏼

Sonntag, 7. Dezember 2025

Elina Penner, Die Unbußfertigen

Ein Roman literally krass smooth … also ich meine: savage, richtig slayed … eben next level!

In der Tat musste ich gelegentlich die einigen der Protagonisten in den Mund gelegten Trend- und Jugendwörter nachschlagen. Was aber Spaß gemacht hat. Und keine Sorge: die reden nicht alle und nicht die ganze Zeit so. 

Dass aber auch die Sprache den jeweiligen Handelnden absolut glaubhaft auf den literarischen oder digitalen Leib geschrieben ist, gehört zu den starken Seiten des Buches. Beim Lesen kommt kein Zweifel auf, dass die Autorin - Elina Penner -  weiß, wie Schreiben und dabei mit sprachlichen Mitteln auf mehreren Ebenen gekonnt  Spielen funktioniert. Ich bin beeindruckt.

Inhaltlich oft scharfsinnig, manchmal für meinen Geschmack auch ein bisschen drüber. So in Richtung kinda off oder mad cringe. Gehört aber eindeutig dazu, das auch Provokante dran.

Wie kam ich drauf? Ein Newsletter mit Vorab-Veröffentlichungsankündigungen und die Leseprobe nach der geweckten Neugierde. Sofort in der Münchner Onleihe nachgesehen, ob‘s dort schon zu haben ist. War nicht (inzwischen gibt‘s vier onleihe Exemplare und alle sind verliehen). In der Stadtbibliothek war in der Zentrale ein Exemplar schon vorbestellbar mit Lieferung an auch „meine“ übliche Zweigstelle (diesen BibliotheksService - kostet 1,25 € pro Buch - nutze ich häufiger). 

Noch steckte es bei meiner Vormerkung im Erfassungsprozess; als es vergangene Woche abholbereit war, stellte ich fest, dass ich eindeutig die erste Leserin desselben bin denn es war komplett ungelesen, das Lesebändel quasi druckereineu eingeklemmt. Inzwischen - auch das ist rausfindbar - gibt es sieben Vormerkungen darauf.

Nun, es liest sich rasant, macht Spaß, ist klug und gleichzeitig höchst unterhaltsam auch für eine, die außer diesem „Blogimperium“ hier (so hat es kürzlich Jörg genannt ;) mit Social Media, Influencertum und allem, was so dranhängt an Plattformen etc.  nicht allzu viel am PraxisHut hat. Die meisten der von mir gefundenen Rezensenten sehen es ähnlich. (Ich lese die oft erst im Nachhinein)..

Eine etwas relativierende und damit auch hier und da kritischere Stimme fand ich auch. Man muss dabei niemandem „Recht geben“ und ich bin mir nichtmal sicher, ob ich mir eine vollständige Meinung dazu gebildet habe. Ist mir aber wie gesagt nicht so wichtig. Ich bin lowkey obsessed. Weil‘s den vibe check bestanden hat und peak ist :o) Dass ich es als Hardcover gelesen habe … passte mega.

🛜




Donnerstag, 4. Dezember 2025

Katharina Peters, Hafenmord

Es ist ein Erstling der seit 2012  unter dem Pseudonym Katharina Peters veröffentlichenden Schriftstellerin. Inzwischen hat sie weitere mehr als dreißig Krimis unterschiedlicher Reihen veröffentlicht.

Heimat- bzw. Regionalkrimis kamen Mitte der 80er Jahre auf, die erste Welle schwappte Anfang der 90er Jahre hoch; der Trend hält bis heute an.

Anfang der neunziger Jahre lebte ich in Münster ganz in der Nähe des dieses Genre aufgreifenden Jürgen Kehrer, der damals seinen ersten Wilsberg-Krimi veröffentlichte. Ich las ihn und fand ihn … unglaublich schlecht! Hölzern, mühsam, sprachlich alles andere als flüssig …

Warum ich das hier schreibe? Weil auch dieser Autor - wie die meisten wissen werden - ein erfolgreicher Autor vieler weiterer  Romane, die zu großen Teilen verfilmt wurden,  Drehbüchern und anderer Veröffentlichungen ist. Schon die Wilsberg-Folgeromane (als Münsteranerin und an Büchern interessierte las ich sie natürlich trotz des ersten Verrisses weiter und verfolgte einige Jahre die Entwicklung) wurden von Buch zu Buch flüssiger, besser zu lesen, unterhaltsamer und griffiger. Schreiben ist wie andere Handwerke auch eine Tätigkeit, für die ein gewisses Grundtalent selten reicht. Es braucht Übung und Tun. Sitzfleisch, Fleiß, Konzentration über längere Zeiträume hinweg … Eigenschaften, die ich durchaus anerkenne und streckenweise auch beneide, da sie mir weitgehend bis komplett abgehen.

Damit jetzt zum “Hafenmord” von Katharina Peters. Auch diesen Erstling fand ich hölzern und mühsam. Wenn auch die Handlungsstränge alle logisch verfolgt wurden, schienen sie mir streckenweise regelrecht langatmig herbeigezwungen und dadurch langweilig weil lange vor Auflösung offensichtlich im Ergebnis. Das ganze wirkt wie eine Fleißarbeit, aus der irgendwann solides Krimi-Handwerk werden könnte. 

Die durchgängige Dialogform der anfangs kaum auseinanderzuhaltenden Protagonisten angereichert mit gewollt lebendig wirkenden aber im Ergebnis eher lächerlich-überzogen daherkommenden Handlungs- und Mimikbeschreibungen.

Es wird “geblickt” was das Zeug hält und zwar: “sehnsüchtig, nervös, starrend, eindringlich, forschend, vielsagend, abwiegelnd”  .. aber auf jeden Fall auf jeder Seite ziemlich oft, unterschiedlich und reich an Mimik. Oft auch gestarrt und natürlich auch das meistens adverbial untermauert.

Gelacht wird grimmig, dröhnend, bitter, unfroh, zuvorkommend, hintergründig, vergnügt, unbekümmert, herzhaft. Extrem oft ist die Stirn dabei gerunzelt, die Lippen sind pikiert gespitzt, aufeinandergepresst


Das häufige Lächeln ist mild, dünn, zynisch, verbindlich, scheu, strahlend, sehr oft verschmitzt, ironisch, breit, strahlend, zart, winzig … 


Dabei blähen Wangen sich auf, färben sich unterschiedlich oder werden fleckig. Das Kinn wird gerieben, geknetet, gehoben … lediglich die Nase ist erstaunlich unbeteiligt an all der mimischen Akrobatik.


Für mich machte das die Handlungsträger weitgehend persönlichkeitslos. Sie bestanden aus seltsamer Mimik, übertriebener Gestik und streckenweise melodramatischen Handlungsmustern.


Manchmal lief es seitenweise auch deutlich flüssiger, besser les- und vorstellbar. Nie fand sich eine … Abstraktion von Themen z. B. Irgendwas, das erstaunte, erheiterte oder Unbekanntes vermittelte. 


Wie bereits geschrieben: es ist ein Erstling und vermutlich müsste ich spätere Romane lesen um mich  einem Urteil über die Autorin und ihr schriftsprachliches Vermögen annähern zu können. Was ich aber vermutlich nicht tun werde. Über mehr als “solides Handwerk” wird es nie herausgehen, nehme ich aus Gründen an und in dieser Hinsicht bzw. derart aufbereitet zieht es mich nicht zu Krimis oder anderen Romanen. 


Es ist  Strand- und Urlaubslektüre für diejenigen Gelegenheitsleser, die ihren Urlaubsort in einem Krimi erlesen möchten und dafür taugt es. Persönlich lese ich in dieser Hinsicht gerne etwas mehr Esprit.  Inhalte mit hier und da Tiefgang und literarischem Anspruch. Sowas gibt‘s durchaus gelegentlich als Krimi. Wenn auch leider eher selten.





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Montag, 1. Dezember 2025

Emma Steele, Während ich hier bin

Wie kam ich eigentlich darauf, diesen Titel auszuleihen? Die gute Bewertung? Das Cover? Weiß nicht mehr …

Heftiger könnte ein Kontrast zum davor gelesenen Buch kaum sein. Schwer auszuhalten, dass beides unter der Bezeichnung “Buch” existiert. Vom Sprachmeister mit Intellekt in jedem Buchstaben zum Tiefpunkt des Missbrauchs der dauerherzpochenden Sprache bei andauerndem Augenfunkeln und -leuchten oder -glitzern usf. Ob das Verbrechen nur von der Autorin begangen wurde oder die Übersetzer sich als Trittbrettfahrer mitschuldig gemacht haben, kann ich nicht beurteilen.

Der Plot gar nicht sooo schlecht zusammengeschustsert: Spenderherzempfängerin wird durch eine Art Persönlichkeitsübertragung in den Körper ihrer Herzspenderin transferiert und lebt dort deren letztes Jahr in fremdem Körper mit / nochmal / parallel? … das bleibt ein bisschen offen.

Die klischeehafte sprachliche Umsetzung aus unterster Billigheftschublade, das drumherumgeschusterte Liebesdramolett, die hölzern-unglaubwürdigen Puppenfiguren … eine Zumutung. Eine Besprechung des Buchs habe ich gefunden, die ich gerne als ganz meine Meinung verlinken möchte.

Warum habe ich es nicht einfach nach wenigen Seiten vom Tablet gelöscht? Weil ich neugierig war, was aus der Grundidee gemacht wurde und wie der Ausstieg / das Ende aussehen würde. Drübergeflogen an einem Tag, Handlungsstränge verfolgend, Dialoge und Charakterdarstellungen samt gruseliger Sprachmuster im Drüberflug durchleidend … ging’s aber auch schnell und war in einem Tag durch.

Nun, die Autorin scheint sich - warum auch immer - zu verkaufen und der Erfolg ihrer Bücher gibt ihr auf seine eigene Weise in einer eigenen Sparte recht. Für meinen Geschmack wäre es eine gute Idee, wenn sie ihre durchaus schlüssig-durchdachten Plots jemandem weiterreicht, der/die sie sprachlich erträglicher umzusetzen vermag.



😩😖




Max Goldt, Aber?

Jetzt mal echt: ich trau’ mich nicht! Also: was banales über so einen Sprachgroßmeister zu schreiben. Schon gar nicht irgendwas, das in Richtung “Bewertung” oder Notengebung geht. Also erstmal gelesen, was die anderen über den Menschen und sein neues Buch so schreiben. Übrigens fast nur Männer, die Rezensenten. Kann Zufall sein; glaub’ ich aber nicht wirklich. 

Ist schon auch was dran an der Betitelung  “alter weißer Mann”. Ich fand die sehr unterschiedlichen Texte trotzdem meistens klug aber vor allem unterhaltsam. Unangepasst. Auf jeden Fall werde ich mir eine Lesung im kommenden Jahr antun. Karte ist schon gekauft. Bin schließlich alte weiße Frau. 

“Ärgerlich ist, daß die bloße Bereitwilligkeit zu lachen meist mit dem Vorhandensein von Humor gleichgesetzt wird. Ich schau mir schon lange die Menschen an und kann nicht feststellen, daß solche, die mit Humor gesegnet sind, häufiger oder lauter lachen als andere.” — Goldt, Max. „Aber?.“ dtv, p. 17


Neues zu lernen gab’s für mich natürlich auch. Z. B., was ein Pasquill bzw. Pasqillant ist. Vorher nie gehört gehabt.


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