Rowohlt Verlag, Hamburg 2025
ISBN 9783498003340
Gebunden, 288 Seiten, 24,00 EUR
„Immerhin habe ich inzwischen begriffen, dass Liebe nicht einfach ein schönes Gefühl ist, sondern die wahrscheinlich größte Herausforderung, die es im Leben gibt. Es geht darum, einen Menschen mit allem zu lieben, was er ist, auch und vor allem mit dem, was man an ihm nicht liebt, mit seinen Dummheiten, seinen blinden Flecken, seinen Schwächen und Hässlichkeiten, mit dem Zweiten, den er in sich trägt, seinem Schatten……. Man muss immer wieder versuchen, das Unannehmbare an ihm anzunehmen, gerade das, sonst ist es keine Liebe, sondern nur Spaß.“
Es ist ein schonungslos offenes Buch der Autorin Natascha Wodin, die - wie man im Buch erfährt - eigentlich Natalja Wdowina heißt oder heißen würde weil schon der Name oder die Namensoptionen viel von dem erzählen, was ihr Leben in gewisser Weise heimatlos macht. Ein in vielen Teilen erstaunliches Leben, wobei in diesem autobiographischen Werk das Thema der späten, unerwarteten und in gewisser Weise auch zunächst ungewollten und ungeliebten Liebe behandelt.
Anfangs fiel mir das Ankommen in der auch bruchstückhaft geschilderten Handlung, den Gedanken und Abschweifungen etwas schwer, was sich dann aber in ein tiefes Mitgehen, Mit- aber auch Eigendenken und -fühlen verwandelte. Oft fand ich in den Gedanken und Schilderungen eine gewissermaßen fremde Welt mit der Erkenntnis, dass letztlich alle Eigenwelten im Alter immer klarer auf dasselbe Ende - den Tod - zusteuern. Auch davon handelt das Buch.
„Manchmal hätte ich lieber keinen Zeugen meines Verfalls. Es ist unanständig und obszön, einen anderen Tag für Tag an diesem Prozess teilhaben zu lassen, ihn nolens volens zum Mitwisser all der widerwärtigen unappetitlichen Details des Alters zu machen, die im alltäglichen Miteinander nicht verborgen bleiben.“
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