Das hab’ ich jetzt davon, auch im eigenen Leseblog einen Blogroll mit anderen Leseblogs reinzupacken … Nach passenden Blogs gesucht, einige gefunden und für ausprobierenswert gehalten und *zack* gleich beim ersten Reinklicken in den Blog “Kulturbowle” das neueste dort besprochene und diesen August bei Kiepenheuer & Witsch frisch erschienene Buch als eBook bei Geniallokal gekauft. Für nur 4,99€ übrigens, obwohl der Festeinband 23€ kostet. Gibt’s bei Neuerscheinungen öfters derartige “Lockangebote” / Rabatte für die digitale Ausgabe? ist das eine Ausnahme? oder Verlagsbezogen?
Muss ich mal stärker drauf achten. Könnte sich ja lohnen.
Wie auch immer: ich las die (im hiesigen Titel oben verlinkte) Rezension, suchte nach dem Buch und schon war es gekauft. VergissmeinnichtBlau ist einfach eine meiner absoluten Favoriten-Farben ;) Auch gelesen war es recht schnell und es hat Freude bereitet.
Zum Buch samt Inhalt:
Dieser von Jaqueline Kornmüller in sehr individuellem Stil geschriebene autobiographische … wie nenne ich es? … Frauen-Generations-Roman? über menschliche Beziehungen, Lebensverläufe und das, was man unter Glück verstehen könnte … nimmt mit in die Gedanken- und Gefühlswelt der Ich-Erzählerin. Die Haupt-Protagonistin ist aber nicht sie selber sondern ihre Großmutter Lina, die man als Leser ungefiltert aber auch ausschließlich aus dem Blickwinkel und der emotionalen Welt der Autorin heraus kennenlernt.
Ich fühlte mich mehrmals an den sehr empfehlenswerten Film “Walchensee forever” erinnert:
Anfangs musste ich mich noch ein bisschen ins Buch “reinruckeln”, war dann aber umso gründlicher darin gefangen. Es gab ein Kapitel, das ich komplett .. überflüssig … fand. Es passte nicht zu den übrigen und wirkte wie aufgepfropft um unbedingt ihren Lebenspartner auch irgendwie unterbringen zu wollen. So kam es mir vor. War aber eh kurz und richtig gestört hat’s auch nicht. Die 4.99€ waren eine super Investition.
Kleiner Nebeneffekt: in meiner privaten “Google-Maps-Dötzel-Sammlung” für alles mögliche kamen einige Dötzel dazu weil die genannten Orte mich haben neugierig darauf werden lassen. Und “Bindestrich” (was im Roman für Garmisch-Partenkirchen steht - diese Bezeichnung findet auch eine Erklärung) ist von mir aus schließlich nicht allzu weit.
Einige Zitate:
„ Sie selbst war nicht besonders glücklich oder unglücklich, sie hatte Glück. Mehr Glück im Spiel als in der Liebe. In der Liebe hatte sie kein Glück. Aber ihr Glück war, dass sie die Liebe anders begriff. Bei anderen war das Glück zerbrechlich, ihr Glück war verlässlich. Ihr Glück hatte nichts Flüchtiges. Es war immer da.“ (S. 35)
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„In gewisser Weise war Lina dem Glück gegenüber absichtslos. Sie kokettierte mit dem Glück, ohne es herbeizuzwingen. Sie hatte einen Flirt mit dem Glück. Da sie sonst mit niemandem flirtete, verliebte sich das Glück in sie und blieb ihr treu. Sie hatte nichts Zwanghaftes in ihrem Wesen, sie mochte das Zufällige, das Überraschende, das Unverfügbare. Und das Wesen des Glücks ist unverfügbar.“ (S. 75)
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Und da sind wir wieder beim Glück, passend zu deiner Geschichte über die Kaffeetasse! :)
AntwortenLöschenUnd ich habe schon wieder, nicht nur ein weiteres Buch auf meiner Will-lesen-Liste, sondern auch noch einen Film, den ich gerne sehen möchte.
Das freut mich jetzt und macht mich schon wieder ein bisschen glücklich, Doris … was im Moment nicht so einfach ist weil die trüben Gedanken den Fokus bestimmen wollen. Deshalb nutze ich jedes noch so kleine freu-Stimmchen (ob real oder wie jetzt hier im Blog), um zumindest in der Waage zu bleiben. Danke also doppelt.
LöschenTatsächlich fiel mir während des Lesens beim Blick in den Tassenschrank diese Tasse zum ersten Mal wieder bewusst auf und ich erinnerte mich an das Gefühl. Manchmal hangelt frau sich an den kleinen positiv-Knoten in den Lebensdingen wieder ins Helle.
LöschenP. S. den Film fand ich wirklich bewegend! (Und auch bei ihm musste ich mich anfangs etwas “reinruckeln”). Es würde mich sehr freuen, wenn ich dann, wenn du ihn gesehen hast, liebe Doris, ein bisschen von dir dazu höre oder lese.