Sonntag, 23. August 2026

Christian Huber, Solange ein Streichholz brennt



Roman, 352 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
München 2026
ISBN: 978-3-423-28540-7

Mir hatten es beim Stöbern in den Neuzugängen der Onleihe spontan das wie ich finde schöne Cover in Kombination mit dem interessanten Titel angetan und ohne lange zu recherchieren, worum es sich dabei handelt, lag es schon auf meiner Vormerkliste. Ausgeliehen und zu lesen begonnen auf einer Zugfahrt, kam mir entgegen, dass es sich um keinen allzu schweren Stil handelt. 

Inhaltlich scheint es ein Trend zu sein, relativ schwere / anspruchsvolle Themen - in diesem Fall Obdachlosigkeit in Verbindung mit Alkoholismus, und dem Abrutschen ins soziale Aus durch die Anhäufung von Schuld und Überforderungs- bzw. Versagensproblematiken und auf der anderen Seite die Tücken der digitalen Medienwelt - mit einer Liebesgeschichte der etwas untypischen Art zu verknüpfen. Es befinden sich schon diverse ähnlich strukturierte in meiner kürzlichen Lesehistorie („Stay away from Gretchen“ und „Eine Frage der Chemie“).

Auch hier sehe ich es ambivalent. Für mich persönlich ließ es sich „so mitnehmen“ zur Unterhaltung. Den Schreibstil finde ich insgesamt ziemlich okay.

Klappentext:

Bohm lebt seit fünf Jahren auf der Straße. Wie er aus seinem früheren Leben gerutscht ist, darüber schweigt er. Er besitzt so gut wie nichts. Einen alten Rucksack. Geschnitzte Holzmäuse. Einen Brief, den er nicht öffnen will. Mit seinem Hund Fox kämpft er sich durch die Tage und Nächte.

Hat jemand eine Chance auf die Liebe, der keine Chance im Leben hat? 

Die junge, einst aufstrebende Fernsehjournalistin Alina steckt fest. Im Job und in der Angst zu scheitern. Ihre letzte Chance auf eine TV-Karriere scheint eine Reportage über das Leben auf der Straße zu sein.

Alina findet Bohm. 

»Der Wind fegte über den Markt. Die Plane des Pavillons nebenan, an dem jemand Kerzen verkaufte, blähte sich auf, dass das Gestänge der Konstruktion schwankte. Unterdessen war eine junge Frau herangetreten. Braune Locken, ein teuer aussehender Mantel. Augenringe, die durch ihr Make-up schimmerten. Sie beugte sich vor, griff sich eine von Bohms Holzmäusen und legte sie wieder zurück. Dabei streifte ihr Blick den von Bohm für den Bruchteil einer Sekunde.« 

Plötzlich ist da etwas zwischen ihnen. Etwas, das nicht sein kann. Und ein Geheimnis, das ans Licht drängt.

Christian Hubers mitreißende Liebesgeschichte über soziale Grenzen hinweg. Ein bewegender Roman über Schuld und Vergebung, über Liebe und Flucht. Und über die Kraft eines einzigen Moments, der so viel erzählen kann wie ein ganzes Leben.


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