Montag, 12. Mai 2025

Brit Bennett, Was fange ich bloß mit guten weißen Menschen an?


„Ich vertraue keinen einfachen Geschichten, auch solchen nicht, die mir ein gutes Gefühl geben. Am Ende fühlen wir uns alle wohler, wenn wir uns in die Welt zurückziehen, die wir glauben zu kennen. Deswegen ist Literatur zurzeit so wichtig. Sie reißt uns aus unserer Welt heraus und transportiert uns in eine andere.“

Sechs - recht kurze -  Essays zum Thema Rassismus und Diskriminierung aus der sehr analytisch-komplexen mit persönlichen Anteilen verbundenen Sicht einer schwarzen amerikanischen Autorin.

Viel behandelt den typisch amerikanischen Hintergrund der Rassentrennung, Geschichte der Sklaverei, aktuelle rassistische Gewaltvorfälle, ihre eigene Familiengeschichte, Ku-Klux-Klan bis hin zur politischen Lage und die amerikanischen Präsidenten von Bush über Obama bis Trump.

Und obwohl diese typisch amerikanischen Schilderungen auf den ersten Blick nicht übertragbar auf die eigene Welt scheinen, wurde zumindest mir beim Lesen immer wieder auch sehr klar und deutlich vor Augen geführt, dass diese “rassistischen Mikroaggressionen”, diese - oft selbst als wohlmeinend empfundenen Alltagsüberheblichkeiten und Gönnerhaftigkeiten -   universell sind und auch in unserer Gesellschaft den “anderen” gegenüber. Den Dazugekommenen, den unterprivilegierten oder denen, die man auf den ersten Blick wegen des Äußeren dafür hält und es gelegentlich dann auch revidieren muss.  Denen mit einer weniger geschützten Vergangenheit und oft auch Gegenwart als wir selber sie haben und die wir für uns als Selbstverständlichkeit reklamieren. Wenn nicht mit Worten, dann mit spontanen Gedanken und Handlungsabweichungen bei optischen, sprachlichen o. ä. “Abweichungen” des Gegenüber. 

Da wirkt auch bei mir .. ja, was ..? der genetisch eingepflanzte “Peargroup-Code” (ist jetzt kein Zitat aus dem Buch sondern von mir gerade als Wort assoziiert), die Erziehung, die Mikroinfiltration über immer Gesehenes und Gelebtes? Keine Ahnung - aber es ist gar nicht so schlecht, sich das ins Bewusstsein zu holen ab und zu und einen Schritt zurücktretend auf eigene Gedanken und Handlungen zu sehen. Dazu verhilft die Sicht Brit Bennetts in ihren Essays auf jeden Fall.


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Samstag, 10. Mai 2025

Nana Oforiatta Ayim, Wir Gotteskinder


Ein irgendwie sehr “intimes” Buch, eine Art “Autofiktionale Erzählung” von Nana Oforiatta Ayim aus vielen Welten und Zwischenwelten, (auch Deutschland gehört dazu)  so kam es mir vor. Kulturgrenzen, Kulturschnittstellen, neue Kulturen in und aus alten. Traditionelles erhalten, neues erschaffen.

Viele Themen greifen hier ineinander und beim Lesen weiß man, dass sich in diesen Themen und Kulturen wie bei einer russischen Puppe mit Puppen in der Puppe immer weitere Themen noch verstecken und nur manchmal zu erahnen sind.

Es geht um ein Leben, das zwischen sehr unterschiedlichen (Kultur)Welten hin und herwechselt, um eine ganz eigene Sicht auf die Kolonialisierungszeit der Afrikanischen bzw. Ghanaischen Geschichte.

Inhaltlich erzählen möchte ich nicht weil ich denke, es würde verfälschen, wenn ich es mit meinen Worten wiederzugeben versuchte. Ans Ende stelle ich wieder einige Zitate aus dem Buch*.

Wie bin ich drauf gekommen? Konkret weiß ich das gar nicht mehr. Lese aber schon seit längerem immer mal gerne auch über den kulturellen und eigenen thematischen Tellerrand hinaus. Spätestens, seit ich 2024 die Essays in “Anders bleiben” (Hrsg. Selma Wels) gelesen habe. Konkret also nicht Bücher “über” andere Kulturen und kulturelle Grenzthemen sondern “von” Menschen - gerne Frauen - aus anderen oder mehreren kulturellen Weltecken. 

Stelle dabei immer mal wieder fest, wie nochmal schwerer es dabei ist, zumindest beim Lesen erstmal wert- und urteilsfrei zu bleiben. Eine Haltung, die ich als sehr gewinnbringend erkannt habe. Die aber umso schwerer durchzuhalten ist, je weiter die Erlebens- und Gedankenwelten der schreibenden Personen von den eigenen verinnerlichten “Wahrheiten” entfernt zu sein scheinen. Da knirscht es innerlich zuweilen schon ordentlich und es gehört ein größerer Schritt in den Zuschauerabstand dazu. Der sich immer lohnt!

Es liest sich besonders, dicht, nah und auch spannend. Hier noch einige Zitate daraus:


Ich war nicht länger ich, sondern ein kleines Mädchen, die Tochter von Yaa, die Enkelin von Gyata und die Cousine von Kojo, dem aufgehenden, wichtigsten Stern der Familie. Während ich so händeschüttelnd an den Menschen vorbeischritt, versuchte ich, die Rolle zu spielen, die diese spezielle Geschichte mir zugewiesen hatte, und wusste, dass die von mir Begrüßten mich als eine der ihren ansahen, eine, die durch Geburt die Hierarchie der Regeln und Sitten kannte, und als Außenseiterin, unvertraut mit deren tieferer Bedeutung. Als wir beim König ankamen, waren meine Wangen verkrampft vom Lächeln, das Korsett meines Kleids eng vom ständigen Verbeugen. Der Raum war heiß und schwül vor starrenden Blicken; ich sehnte mich danach, in einem klaren kühlen Fluss zu schwimmen. Kojo sagte etwas zu dem Mann mit dem goldenen Stab, der sich zum König hinunterbeugte und flüsterte. Kojo wurde nun lauter, sodass ich es hören konnte: »Das ist Maya, die Tochter von Yaa, die Enkelin des Löwen, unsere Schwester.« Der Mann mit dem Stab beugte sich wieder hinunter und flüsterte dem König etwas ins Ohr. Der König nickte langsam und kaum merklich. Ich trat vor und knickste. Machte man das? Ich wendete mich zu Kojo. »Zieh deine Schuhe aus«, raunte er. Ich schlüpfte aus meinen Plateauschuhen und beugte den Kopf. Als ich wieder aufsah, lächelte der König. »Unsere Schwester«, sagte er leise. »Unsere Schwester«, wiederholte der Mann mit dem Stab. — Oforiatta Ayim, Nana. „Wir Gotteskinder.“ Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH, 2020-12-18T11:41:03Z, p. 141


»Du lachst, aber es ist nicht zum Lachen. Unser äußerst wichtiges Schwert, unsere Krone, unser Königsschemel – die ganzen Schlüssel zur Macht unseres Königreichs – rotten vor sich hin in den Verliesen von Museen, von Sammlern, irgendwo in Abrokyere, ohne dass man von ihrem spirituellen Wert weiß. Und du wunderst dich, dass unsere Macht geschwunden ist? Dass unser Land sich in den eigenen Schwanz beißt?« Er schrie, so laut er konnte, und das Tempo des Autos machte mich schwindlig. — Oforiatta Ayim, Nana. „Wir Gotteskinder.“ Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH, 2020-12-18T11:41:03Z, p. 147


… »Die Welt, in der du aufgewachsen bist …« »Du bist auch dort aufgewachsen.« »… bringt dir bei, dass die materielle Welt um dich herum alles ist, was existiert. Hier wissen wir, dass unsere Ahnen mit uns leben, dass die Grenze, die die Lebenden und die Toten voneinander trennt, nicht existiert.« »Und findest du es nicht ein wenig altmodisch, das ganze Verbeugen und Katzbuckeln vor einer Person?« »Altmodisch? Du hältst Geschichte für altmodisch? Du hältst Fundamente für altmodisch? Du hältst das kulturelle Erbe für altmodisch? Die Menschen kehren heim. Sie legen ihren Streit bei. Sie begegnen sich und fangen an, sich selbst und einander wieder kennenzulernen. Sie lernen. Die Ältesten geben ihr Wissen an die Jungen weiter. Ich habe fast alles, was ich weiß, bei den afahyε gelernt. Du weißt das. Man sagt uns, wir hätten keine Geschichte, wir wären Bäume, die ohne Wurzeln aus der Erde wachsen, und hier rufen wir es zum Himmel und strecken unsere Äste aus, wohin sie angeblich nicht wachsen können. Und das nennst du altmodisch?« — Oforiatta Ayim, Nana. „Wir Gotteskinder.“ Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH, 2020-12-18T11:41:03Z, p. 147


Mein Großvater hatte alle seine dreiundvierzig Frauen aus königlichem Geschlecht gewählt. Ihre Blutlinien waren es, die ihren Kindern die Autorität verliehen, vor dem Staatsrat und dem Gericht Städte und Dörfer zu repräsentieren. Die Bildung, für die sie der Vater weit in die Welt hinaus schickte, verlieh ihnen das Mandat. Er wusste, dass nicht nur er, sondern auch seine Kinder die alten Gebräuche neben den neuen beherrschen mussten, doch in der kurzen Zeitspanne zwischen dem Tod und dem Eingang ins Asamandeefoo, ins Land der Ahnen, hatte sich das Schicksal seiner Pläne bemächtigt, und nun sah es so aus, als sei es an uns – uns allen –, sie neu auszurichten. Meine Mutter empfand, sie habe versagt – nicht nur ihm gegenüber, sondern auch vor der Aufgabe, die sie durch ihre Herkunft hatte. In jeder Generation unserer Familie gab es immer einen, der auserwählt war, Wissen von den frühesten Epochen zu besitzen, zu sehen, was andere nicht sehen konnten: ein nyame akwadaa, ein Gotteskind, das das Flüstern des Universums deutlicher hören konnte als den Lärm der Welt ringsum, deutlicher als die Stimme der Ahnen oder sogar der Geschichte — Oforiatta Ayim, Nana. „Wir Gotteskinder.“ Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH, 2020-12-18T11:41:03Z, p. 161— 



»David hat für Michael einige Verbindungen spielen lassen, um ihm eine Diamantenkonzession in Upper East zu verschaffen.« »Du meinst die Verbindungen seines Vaters? Nennt man das nicht Korruption?« »Ich denke, das nennt man, das Beste aus deinen Möglichkeiten machen, Süße, und es ist ein universelles Phänomen. Außerdem macht hier keiner genug.« — Oforiatta Ayim, Nana. „Wir Gotteskinder.“ Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH, 2020-12-18T11:41:03Z, p. 132



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* Wie es scheint, ist inzwischen in der App “Bluefirereader”, die ich zum Lesen geliehener digitaler Bücher nutze, eine Zitierfunktion fest integriert, die es erlaubt, Zitate unter schon zugefügter Zitierstelle zu extrahieren und anderswo einzufügen.. Was mich freut. Abschreiben ist ja doch zweilen etwas mühsam und Screenshots stören das Beitragsbild


Montag, 5. Mai 2025

Rónán Hession, Leonard und Paul

Oder: “Das Märchen, das man sich von seiner eigenen Rolle selbst erzählt”

Was es mit dem “Lieblingsbuch der Unabhängigen” auf sich hat, habe ich auch über dieses Buch bzw. meine Recherchen dazu erfahren. Interessant! Schon deshalb hat es sich gelohnt. Mein Dank also an Doris für die Empfehlung dieses Buches!

Aber zum Buch selber:  viele der Ideen und anklingenden Themen darin gefallen mir ausgesprochen gut. Schon, dass die beiden Haupt-Protagonisten in sich gekehrte Charaktere mit Zügen aus dem .. ich würde mich mal ohne Schubladen bedienen zu wollen  zu behaupten trauen .. “autistischen Spektrum” handelt, ist für Romane erstmal eher ungewöhnlich (wobei ich schon einige gute gelesen habe, die das ebenfalls taten).  Schönes Thema mit teilweise auch sehr poetischer Umsetzung. Ab und zu musste ich sehr lachen; es gibt erheiternde Abschnitte.

Streckenweise liest es sich leicht und fluffig; persönlich habe ich an mehreren Stellen und vor allem gleich am Anfang mit auch thematischen Widerständen arg  kämpfen müssen, die hier nicht näher ausgeführt werden sollen.

Auch die gleichzeitige und im Grunde viel ausuferndere Darstellung des üblichen “Small-Talk-Oberflächen-Daseins” der “Normwelt” fand ich hier und da mühsam mitzugehen. Ich sag’ nur “Hochzeitsvorbereitungen” *ächz*. Gelegentlich war’s mir auch zu kitschumflort.

In diesem Fall war das Kopieren aus dem eBook nicht unterbunden sondern es gab im Gegenteil sogar die Möglichkeit, gleich korrekte Zitate zu generieren und weil ich diesen Umstand genutzt habe, hier einige daraus,:

Die Arbeit passte zu ihm, er interessierte sich für alles, das Interesse verdiente, und spielte lieber eine Nebenrolle in der Geschichte der anderen, als in deren Mittelpunkt zu stehen. Außerdem vermittelte ihm der Status als Underdog, ungenannt und unbesungen, eine gewisse Glaubwürdigkeit, selbst wenn sein Einkommen geringer ausfiel, als er es sich in seinem Alter gewünscht hätte — Hession, Rónán. „Leonard und Paul.“ DUMONT Buchverlag, p. 14



die Kunst besteht darin, genau zu erkennen, wie viel von der Welt man in sein Leben lassen kann, ohne davon überwältigt zu werden — Hession, Rónán. „Leonard und Paul.“ DUMONT Buchverlag, p. 25


Sein Bestes zu geben fiel ihm schwer, denn er wusste genau, was passieren würde: Man würde seine Ideen ablehnen, ohne sie zu verstehen, oder sie übernehmen, um sie als die eigenen auszugeben. Er versuchte, sich auf den einstigen Rat seiner Mutter zu besinnen, seine Arbeit zwar ernst, aber nie persönlich zu nehmen. — Hession, Rónán. „Leonard und Paul.“ DUMONT Buchverlag, p. 27


In Wahrheit sind gerechte Strafen in der Geschichte der Menschheit aber leider Mangelware. — Hession, Rónán. „Leonard und Paul.“ DUMONT Buchverlag, p. 28


Doch wenn man jemanden liebt, erkennt man oft nicht, wann aus Fürsorglichkeit Bevormundung wird. Wie aufrichtig sie waren, zeigte sich auch daran, dass jeder von ihnen insgeheim zu hinterfragen begann, ob das Ausmaß ihrer Einmischung angemessen war. Wie kann man sicher sein, dass man einen positiven Einfluss auf das Leben des anderen hat? Woher will man wissen, ob das Leben des anderen nicht genauso gut weiterläuft, wenn man sich nicht einmischt? Wann wird aus Halten Festhalten? Nur weil Paul sich nicht gegen ihre Bemühungen wehrte, bewies das noch lange nicht, dass sie ihm damit halfen. Es konnte genauso gut sein, dass seine Unselbstständigkeit nicht der Grund für ihre Bevormundung war, sondern deren Folge. — Hession, Rónán. „Leonard und Paul.“ DUMONT Buchverlag, p. 51



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Freitag, 2. Mai 2025

Sigrid Nunez, Die Verletzlichen


Daraus mitgeschrieben (weil gefiel mir):

Mir gefällt der Eissplitter im Herzen, den Graham Greene bei jedem Schriftsteller für unabdingbar hielt. Ich habe ihn. Und das Quentchen Dummheit, ohne das laut Flannery O’ Connor kein Schriftsteller auskommt. Das habe ich auch. Mir gefällt, dass Alan Bennett sagte: “Für einen Schriftsteller ist nie irgendetwas so schlimm wie für andere Leute. Weil es - so schrecklich es auch sein mag - immer nützlich sein kann.”


Ein Buch über das Schreiben, das Älterwerden, menschliche Begegnungen, sich öffnen oder auch nicht, ein bisschen auch über psychoaktive Drogen … Die Geschichte einer Schriftstellerin in Ausschnitten, in denen auch viele andere unterschiedliche Menschen  - und ein Papagei - auftauchen.

Und wieder einmal ist eins der Themen der Umgang mit der (Schreib)Blockade, die während der Corona-Epidemie - verständlicherweise? - die meisten Schreibenden und Kunstschaffenden befiel. Es gibt Aspekte, die mich auch diesmal ein Fünkchen genervt haben daran. Inzwischen sehe ich aber ein, dass es sogar eine eigene Idee ist, die verschiedenen Wirklichkeits-Perspektiven aus dieser Zeit auch urteilsfrei anzuschauen versuchen. Es erscheint ein buntes Kaleidoskop an Lebenswirklichkeiten.

Wobei dieses Thema in diesem Fall keine Hauptrolle spielt und bei Bedarf übergangen werden kann. 

Wie ich darauf aufmerksam wurde, weiß ich einmal erneut nicht mehr. Aber es lag schon länger auf meinem Onleihe-Merkzettel, vor dem Urlaub entleihbar gewesen, was ich tat und nun - kurz vor Ablauf der Leihdauer - mochte ich ein Hörbuch mitnehmen zum Strandspaziergang. Die EarPods so eingestellt, dass auch das Meeresrauschen als Hintergrund noch zu hören war. Wollte ich ausprobieren, ob dann auch Inhalt hängenbleibt und kann es zumindest aus meiner Sicht nur empfehlen. 

Zwei mehrere Stunden lange Spaziergänge wurden es mit diesem gut 5h lang laufenden Hörbuch - gelesen von einer mir angenehmen Frauenstimme* - am Strand und dann zum Teil noch abends im Bett des Mobils liegend. Es passierte für mich nichts “bahnbrechendes” aber ich kam gut in den Flow des Zuhörens. Hielt gelegentlich an, setzte mir Marker an Stellen, die ich später nochmal anhören und auch ausschnittsweise mitschreiben wollte für diesen Bericht.

Viele interessante Zitate aus der Weltliteratur sind immer mal wieder anlässlich bestimmter Themen, die angegangen werden, zu lesen bzw. zu hören. Betrachtungen über unterschiedliche Aspekte des Schreibens, letzte Worte von unterschiedlichen Künstlern aus unterschiedlichen Zeiten (hat Beethoven wirklich gesagt: “Im Himmel werde ich hören können.”?) und damit viele Anregungen für weitere Stöber- und Leseideen.

“In fast jedem langem Buch, das ich lese, sehe ich ein kurzes, das sich vor der Arbeit drückt.”

“Mehr noch als Hoffnung hilft uns Humor, die Dinge zu überstehen.”


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*warum auch immer .. aber in der Regel kann ich mich besser auf Männerstimmen - nicht alle -  konzentrieren bzw. reagiert mein Körper auf die meisten - nicht auf alle - Frauenstimmen mit Widerstand. Oder dem Problem, nicht zuhören zu können sondern schnell abzuschweifen.  Angeleitete Meditationen z. B. gehen mit hellen Frauenstimmen gar nicht. Gesangsstimmen, Lesungen … es kommt selten vor, dass Frauenstimmen für mich über eine längere Zuhördauer angenehm sind. Wenn doch mal, dann sind es die sonoren, tiefen, vollen. Sopran ist echt nix für mich. Macht mir unangenehm Gänsehaut.

Dienstag, 29. April 2025

Paul Ruban, Der Duft des Wals


Er ist jedenfalls „sehr besonders“, der Roman. Lässt sich für mich schwer bis gar nicht einordnen und genau das ist ein Teil dessen, was ihn faszinierend macht. Ein ganz anderer, neuer - „frischer“ will ich angesichts der Thematik von auch Gestank und Verfall gar nicht schreiben :-) - Schreibstil.

Dachte ich anfangs noch, ich hätte es mit einer Art „Sartire“ zu tun - ja, hatte ich ja auch irgendwie - wechselt es stilistisch bei dazu passendem Aufbau hin und her zwischen dem Hauch von Komödie über Romanzenansätze (nie ohne Seitenbetrachtung des Geschehens aus anderer Sicht) bis zum schlussendlichen rasanten Drama. Bei aller Skurrilität (ich sag‘ nur „Nasenbär“) immer auch tief gehend. 

Inhalt? Bewertung? Ach - wer mag liest einfach die oben verlinkten Leserkritiken. Da finden sich genug unterschiedliche Sichten und mehrere davon wirken zu lassen, schadet selten. 

Wie bin ich dazu gekommen? Ganz genau erinnere ich mich nicht mehr. Aber ich bekomme vom Aufbau-Verlag einen Newsletter. Vermutlich wurde er dort vorab angekündigt und irgendwas hat mich neugierig werden lassen. Also habe ich ihn vor dem eigentlichen Erscheinen bei meinem bevorzugten Buchversender (Schreibwaren Wegmann bei Geniallokal) vorbestellt und das dann wieder völlig vergessen. Bis kurz vor meinem Urlaub das Buch überraschend im Briefkasten lag. Ich steckte es ein.

Zugegeben: immer, wenn ich feststelle, dass bisher eher unbekannte AutorInnen es quasi und scheinbar aus dem Nichts schaffen, Neues zu schreiben; komplett eigene und dazu faszinierend-mitreißende Ideen in Inhalt und Stil zu entwickeln; eine erkennbar individuelle und gleichzeitig für Leser mitreißende lebendige Sprache zu einer geschlossenen Geschichte zusammenzuschreiben … also keinen Klon-Abklatsch schon zigtausende Male gelesener Bücher mit nur neuer Inhaltswendung, sei es Krimi, Romanze, Dokumentation oder was auch immer  … dann bin ich bei aller faszinierten Begeisterung auch ein bisschen neidisch. Hier war das einmal wieder der Fall. Und weil ein Hauptmotiv des Romans auch das Zerplatzen von persönlichen Illusionen und Lebensträumen ist … passt‘s ja sogar dazu wieder.

Nicht im Sinne von „Missgunst“ - im Gegenteil freut es mich innerlich bis zum Mithüpfen für die Schreibenden - sondern im Sinne von „hach, wäre das schön gewesen, ich hätte sowas auch gekonnt“ … aber nun isses mal eben nicht so und ich begnüge mich mit dem Lesen. In meinem Fall in einem Rutsch von Anfang bis Ende durch. Nur ein paar Pausen für die alltäglichen Notwendigkeiten. Und das im Urlaub und max. 200 Meter vom Strand entfernt  (wo zum Glück kein gestrandeter Wal vor sich hinstinkt ;)

Nicht nur der individuelle Stil, der überraschende Kapitelaufbau, in dem die Sichten in schneller Abfolge aber inhaltlich ohne jegliche Kompliziertheit oder Mühe für Leser wechseln,  sind besonders. Auch die handelnden Personen sind ohne Ausnahme „Typen“: einerseits die kompletten „Normalos“, denen man andererseits - hinter die Fassade schauend (und ich glaube jetzt beim Schreiben: das ist es, was es ausmacht - wir sehen deutlicher hinter der Fassade, was passiert, als davor) bei Skurrilitäten, Absonderlichkeiten und „Macken“ ungefiltert zuschauen kann.

 Der „Wal“? Was der bedeutet, wurde in den Rezensionen vielfach zu deuten versucht. Ich überlasse das mal möglichen Schulaufsätzen dazu und deren Interpretation 😄 Oder vielleicht doch den Autor fragen?





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Michael Bordt, Die Kunst, unserer Sehnsucht zu folgen


Manchmal verknüpfen sich die Dinge und Ereignisse auf wundersame Weise. So auch hier beim Lesen dieses Buches. Das ich eher in der Erwartung ausgeliehen habe, nichts wirklich tiefgreifend neues für mich mitnehmen zu können. Oder von dem ich eigentlich dachte, wie Doris es an anderer Stelle in einem Kommentar ausdrückt: „jo eh, wieder so eins …“

Ausgeliehen trotzdem, weil ich interessant fand, dass es von dem Jesuit und Philosophen Michael Bordt, der auch wissenschaftlich lehrt, geschrieben wurde. Das ganze mal aus „christlicher Sicht“, dachte ich. Guckste dir mal an.

Während des Lesens begannen die „Verknüpfungen“. Ich las bei Christine Thürmer, der wandernden Deutschen, die momentan ebenfalls in Nordspanien unterwegs ist und deren Tour ich lesend ein bisschen mitverfolge, dass sie in Manresa einen Zwischenhalt hatte, wo Ignatius von Loyola eine wichtige Zeit verbrachte, um etwas später den Jesuitenorden, dem Bordt angehört, zu gründen.  Wusste ich alles nicht. Also ganz in der Nähe des Ortes, in dem ich mich gerade befinde. Interessant genug, auch den Hintergründen etwas nachzuforschen.

Ebenfalls bedeutsam für mich persönlich: weiterhin befindet sich dort in der Nähe ein spirituelles Zentrum, in dem eine viertägige Achtsamkeitsmeditation angeboten wird genau in dieser Woche. Ich überlegte lange, ob ich mich anmelden soll. Man könnte dort sogar mit dem Wohnmobil stehen und darin  wohnend an dem viertägigen Seminar teilnehmen. Lange, bevor ich das Buch ausgeliehen hatte. Die längeren Hin- und Her-Überlegungen und die Gründe für den Entschluss, es doch (für diesmal noch ;) zu lassen, mögen hier außen vor bleiben.

Das alles aber und auch das Lesen zu Loyolas Wirken und Denken führte mich dazu, eine andere Haltung zum Lesen einzunehmen und mehr und mehr wurde es gleichsam zu einer eigenen „spirituellen Übung“, die mich an vielen Stellen persönlich sehr angerührt hat. Und einmal - in Kombination mit einem Ereignis über mir -  heftig zum Lachen brachte. Dazu vielleicht in einem Momentaufnahmen-Beitrag später mehr ;)

Zunächst hatte ich wie bei anderen Büchern schon Textstellen als Screenshot erstellt, um dann zu merken, dass mir das nicht gefällt. Ich habe diese - und andere - abgetippt (Text zu kopieren, ist bei Onleihe-eBooks unterbunden). Dabei festgestellt, dass es vielleicht sogar eine weitere persönliche spirituelle Übung wäre bzw. ist, das, was berührt, nicht nur zu lesen, sondern auch zu schreiben. Im Schreiben öffnet sich nochmal eine Verstehensebene. War mir vorher nie aufgefallen. 

Ich stelle hier einige der abgeschriebenen Stellen ein. Wohl wissend, dass sich nicht viel davon dem hier nur flüchtig Lesenden dadurch erschließen kann und wird. Vielleicht für jemanden auf der Suche als Anregung zu was auch immer? Aber in erster Linie für mich selber. Zum Festhalten des Ankers in Erinnerung und vielleicht für die weitere eigene Entwicklung.

Wer seine Ängste und Sorgen wahrnehmen kann, nimmt ihnen dadurch viel  von ihrer destruktiven Energie.

Es geht in den spirituellen Übungen also nicht darum, etwas zu erwerben, was man noch nicht kann aber gerne können würde, sondern letztlich darum, unserer spirituellen Identität Zeit und Raum zu geben, sich in uns zu entfalten, so dass wir immer umfassender aus ihr heraus leben.


Was in uns wir nicht bewusst wahrnehmen, das beherrscht unbewusst unser Reden und Handeln. Es ist ja nicht einfach dadurch verschwunden, dass wir es nicht mehr wahrnehmen … Es mag kurze Phasen geben, in denen eine spirituelle Suche, die uns in unser inneres Leben führt, unangenehm ist und wehtut. Sei es, weil wir die Verletzungen, die wir in uns tragen, wieder stärker spüren, oder weil uns deutlich wird, wie wenig unser äußeres Leben unserer Sehnsucht nach Sinn und Bedeutung entgegenkommt. Aber umso großartiger ist es dann, dem inneren Drängen nicht mehr hilflos ausgeliefert zu sein, sondern souverän entscheiden zu können, was wir in unserem äußeren Leben daraus machen - und was eben nicht.


Wir wissen, dass unser Glück nicht daran hängt, was andere von uns denken, sondern daran, wie umfassend unsere Liebe ist.


Vielleicht doch noch etwas gescreenshottetes. Weil es eher eine für mich amüsante Anekdote behandelt, von der Bordt schreibt. Davon, wie der Konzern Google Achtsamkeits- und Meditationskurse für die Mitarbeiter anbot, dann aber erkennen musste, dass diejenigen, die in die Fülle dieser Praktiken eintauchten, vielleicht doch nicht zwingend der Firma Nutzen brachten sondern auch Nebeneffekte auftauchten, die nicht eingeplant waren. So dass von da an bestimmte Inhalte der spirituellen Übungen gestrichen wurden.




Samstag, 26. April 2025

Buddhadeva Bose, Das Mädchen meines Herzens

  • Buddhadeva Bose, Das Mädchen meines Herzens (Hardcover)

Aus dem Bengalischen von Hanne-Ruth Thompson - erschienen 1951

Zunächst muss ich erzählen, wie dieses auf den ersten Blick sehr schnulzig wirkende Buch zu mir gekommen ist:

Am 1. Januar war es, als ich mit dem besten Ehemann von allen vom Neujahrsschwimmen am Flaucher an der Isar in München zurückging zum Auto. Vor einer Wohnsiedlung stand einer dieser Kartons mit ausgemusterten Büchern. Darin alles, was ich selber vor Jahren schon dem Altpapiercontainer anvertraut hatte: Böll, Dürrenmatt, Frisch, Sartre etc. 

Und aus all diesen verblichenen Büchern der Achtziger leuchtete mich ein buntes Hardcover an, das nicht reinzupassen schien in den Lesegeschmack eines vielleicht gerade verstorbenen (?) Gleichaltrigen, dessen Erben seine Habseligkeiten ausmisteten.

Ich griff es aus dem Karton heraus, las die Klappentexte (s. u.) und hörte es deutlich flüstern: „Nimm‘ mich! Lies‘ mich!“

Ich tat wie geheißen. Es wanderte erstmal auf dem Stapel der noch zu lesenden Bücher, dann ins Mobil, wo es als erste Urlaubslektüre diente. Und wie gut, dass ich es erhört habe!

Es ist keine „Schnulze“ und auch keine Liebesgeschichte im eigentlichen Sinn. Sondern gleich vier davon.  Eingerahmt in eine flüchtige Episode erzählen vier völlig unterschiedliche Männer die völlig unterschiedlichen Geschichten ihrer „ersten Liebe“.  Berichten in komplett verschiedenen Erzählstilen die Begegnung mit der ersten Frau, die ihr Herz berührte. Mit ebenfalls sehr unterschiedlichen Ausgängen.

Eingebettet in diese Erzählungen erscheinen lebhaft die Lebensumstände dieser bengalischen Männer - es spielt hauptsächlich in Kalkutta und Dhaka - widmet sich den zu dieser Zeit typischen sozialen Verflechtungen, westlichen Kultureinflüssen, Frauenthemen incl. dem Konflikt zwischen aufkeimender Bildung auch für Frauen und traditionellen Lebensformen, insbesondere der frühen Verheiratungen. 

Aber über alledem stehen tiefe emotionale Empfindungen. Das mit der Liebe 🧡 ist wohl doch irgendwie in allen Zeiten und rund um den Erdball irgendwie ähnlich. Dafür, dass der Autor dieses Buch nur als eine Art „Fingerübung“ geschrieben hat und es nicht zu seinen bekanntesten zählt, ist es doch beeindruckend.

P. S. Buddhadeva Bose stand - das war dem Nachwort der Übersetzerin zu entnehmen - zweimal in Indien vor Gericht weil er sich Themen widmete, die dort als strenges Tabu galten (vorehelicher Geschlechtsverkehr und Sex überhaupt). Aber er wurde in beiden Fällen freigesprochen.






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Montag, 21. April 2025

Stefan Wegener, Der schmerzfreie Körper



Tatsächlich scheint es eine für mich zumindest einigermaßen unüblich wirkende Methode der Herangehensweise an die Thematik „Mobilisierung und Beweglichkeitserhaltung der Gelenke“ zu sein. Anders als beim Yoga, Pilates etc. wird jedes Gelenk einzeln - angefangen bei den Fingergelenken - maximal angesprochen.

Ist nicht so smooth und unterhaltsam wie eine Sequenz sondern eher „zielgerichtet“ und durch das weniger Fließen etwas … ja … langweilig vielleicht beim Praktizieren. 

Die einzelnen Abfolgen sind gut beschrieben und zusätzlich bebildert. Trotzdem muss ich ab und an mehrmals lesen, Finger abzählen ;), Stelle suchen, nochmal gucken … „öh, wie genau muss das jetzt … achsooo … okay …“ um es dann korrekt auszuführen.

Bei jeder Durchführung stelle ich am behandelten Komplex anschließend fest: 

„WOW! Fühlt sich ja wirklich sofort geschmeidiger, leichter, freier und unbeschwerter an.“  Für mich jedenfalls fraglos ein Zugewinn.

Jörg Juretzka, Alles total groovy hier


Wie in der oben verlinkten Rezension auf „Krimi-Couch“ völlig korrekt geschrieben (besser kann ich nicht, deshalb einfach rausgeklaut) ist … 

 … die Schreibe des Mülheimer Autors, ausgezeichnet mit dem Literaturpreis Ruhr, nichts für Muttersöhnchen. Irgendwo zwischen Gosse und intelligenter Ironie und Lakonie sorgt sie dennoch für häufige Schmunzler und kräftige Lacher. Was vor allem der Protagonist, Kristof Kryszinski ("spricht sich, wie man's schreibt"), verkörpert.“

Testosterongeschwängerte Handlungen und Textabschnitte, Sex, Drugs, drastische ungeschminkte Brutalität, rasante Handlungen - mal humorig, mal spannungsgeladen - und vor allem politisch maximal unkorrekter Sprachgebrauch für aktuelle Zeiten. Insbesondere letzteres habe ich extrem genossen; ich gestehe freimütig 😜

Wie kam ich drauf? Durch den Klappentext und die Suche nach den vermutlich passenden Stichwörtern. Schonmal vorsichtig einschwingen … wobei ich meinerseits  allerdings durchaus auf Frühling, Sonne, Strand, Meer und mehr hoffe 🐚 

 Kristof Kryszinski ist mit seinem Kumpel Scuzzi ins sonnige Spanien unterwegs. Sie sollen einen Ort suchen, an dem ihr Bikerklub die Stormfuckers Ranch aufmachen kann. Noch während der Fahrt begegnet ihnen alles andere als Sommer, Sonne, Strand und Meer ….“


🌤️ 🌊 👙


Dienstag, 15. April 2025

Ein kleiner Stapel nicht fertig gelesener oder gehörter Bücher

 Um einige der Bücher, die ich aus unterschiedlichen Gründen nicht fertig gelesen, gehört bzw. zum Üben genutzt habe, ist es ein wenig schade, dass sie hier nicht auftauchen dürfen, fand ich. Und weil Doris (tja, Doris - hier bist du einfach diejenige, die für ziemlich viel die Verantwortung aufgebrummt bekommt 😁) irgendwann kommentierte, sie fühle sich ein bisschen wie in einer virtuellen Buchhandlung (oder so ähnlich), weil die Bücher ausgestellt (ich ergänze um: verlinkt zu weiteren Infos) und persönlich kommentiert werden, (auch) deshalb denke ich: 

nur weil ich sie manchmal nicht komplett lese, müssen Bücher nicht schlecht sein und können anderen LeserInnen in anderen Stimmungen und bei anderem Bedarf vielleicht ein nützlicher Tipp sein. Möglicherweise werde ich auch selber nochmal drauf zurückkommen. Für folgende könnte das ggf. zutreffen:


Die Magie deiner Atmung. Mit einfachen Übungen zu mehr Gesundheit und Energie“


Dass Atemübungen und für ziemlich viel gut sind und ziemlich machtvolle Mittel, das weiß ich eigentlich schon, seit ich hier und da in die Yogawelt eingetaucht bin. In beiden Fällen: Atemübungen und Yoga waren es meist zeitlich sehr begrenzte Gastpiele mit immer wieder großen Unterbrechungen im Praktizieren. Größere Unterbrechungen als die Praxis lang war. 

Aber immer wieder komme ich durch irgendwas zurück - und auch zurück zu den Anfängen, um von dort aus doch mal ein bisschen weiterzukommen und mehr zu lernen - und stelle immer wieder neu fest: super Sache! So ganzheitlich eben …

Warum dann nahezu ungelesen zurück in die Bücherei? Weil ich‘s einfach nicht schaffe und immer wieder rumschlampe. Nur die Übungen mache, die ich ohnehin schon kenne. Drei-, viermal habe ich reingeschaut und jeweils eine der Übungen gemacht. Sind noch andere interessante dabei und auch ein ansprechend wirkender Einführungs-, Theorie- und Begleitteil. Aber es ist fällig und kann nicht verlängert werden. Ich schließe nicht aus, es mir irgendwann nochmal auszuleihen. Zum selber Kaufen habe ich beim groben Durchblättern nicht genug Neues für mich entdeckt und sooo angesprungen hat‘s mich auch wieder nicht.

P. S. Die für mich segensreichste Atemtechnik, die ich im letzten Jahr neu kennengelernt habe, ist die „kohärente Atmung“. Irre wirkungsvoll! Ganz besonders, wenn innere Unruhe den Schlaf behindern will. Wirkt immer! (Sofern die Geduld aufgebracht wird, es zehn Minuten mindestens durchzuziehen). Ich versuche, es jeden Tag auch für längere Phasen in den Tag einzubauen und wenn ich das über eine Phase auch tue, bleibt die einerseits beruhigende, andererseits erfrischende Wirkung zumindest bei mir nicht aus:




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„Für die Freiheit der Literatur, Eine Streitschrift


Ein Thema, das mich wirklich interessiert. Schon immer interessiert hat und das schon vor Jahrzehnten im Studium.
 
Ein Buch, klug geschrieben  und gerade am Anfang war ich voll der begeisterten Zustimmung. JA GENAU 👍 - SO RICHTIG! Als „political correctness“ getarnte Zensur ist Mist! JAWOHLJA!

Eine begeisterte Zustimmung, die sich im Grunde auch nicht gelegt hat. Aber irgendwie … kam - als die Schreibe immer wissenschaftlicher und sperriger wurde, die Beispiele auch tiefer und kleinteiliger - zuviel Unruhe auf. Zuwenig Konzentration bei mir und vielleicht auch zu wenig Interesse an den dann sehr konkreten und gründlich ausgearbeiteten Fallbeispielen durch die Literaturgeschichte.

Nach ca.1/3 des Buches schaffte es nur noch kurze Momente des Anlesens, brachte keinen Lesefluss mehr zustande. Es war im Zug nach Erfurt dabei … toppte dann aber nicht Landschaft und Gespräche … Irgendwas war immer und nun ist die Leihzeit abgelaufen, Verlängerung nicht mehr möglich und für den Urlaub ist es mir doch irgendwie nicht das richtige. Bin ich etwa doch nicht mehr imstande, mir konzentriert auch wissenschaftliche Schriften halbwegs fluffig zu erlesen?

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Interessantes Thema, fand ich. Hatte recht gute Besprechungen. Ich hatte es als Hörbuch ausgeliehen und vielleicht war das das Problem?  

Warum auch immer (Leserinnenstimme? Lesetempo? Persönliche Befindlichkeit?) … als ich nach wenigen Kapiteln feststellte, dass ich mir eigentlich nichts merken kann und schon nach wenigen Sätzen mein Geist wild in der Gegend rumirrlichtert und sich weigert, wieder zum Zuhören zurückzukommen und dieses Verhalten bei jedem Hörversuch erneut an den Tag legt, da hab‘ ich‘s schlicht aufgegeben und abgebrochen. 



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In dem Fall hat der Titel „Was mein Herz berührt“ als solcher mein Herz berührt weil dieser Satz für mich eine spezielle Bedeutung hat, die hier nicht weiter ausgeführt werden soll. Weil es aber so ist, habe ich ohne näheres Nachsehen, um was für eine Art Roman es sich handelt, ihn ausgeliehen und losgelesen.

Es ist schlicht ein Liebesroman. Unter der Verlinkung oben findet sich die Aussage:

Ein bezaubernder Weihnachtsroman von Susan Wiggs, der Meisterin großer Familiengeschichten!

Und tatsächlich ist die Sprache für einen HerzSchmerz-Liebesroman gar nicht so schlecht. Eigentlich sogar ziemlich gut, würde ich sagen.

 Es liest sich fluffig und nicht verkrampft künstlich, die Figuren sind glaubwürdig, haben Pepp und die Handlungen ebenfalls.  Sowas kann jemand mit Vorliebe für .. ich sag‘ jetzt mal - und meine es in diesem Fall gar nicht mal despektierlich - „Schnulzen“ sicher gut lesen und sich dabei reinfallen lassen ins Liebesgeschehen, das vor dem inneren Auge abgespult wird mit Fallstricken, Hindernissen und … vermutlich … oh .. ich habe vergessen, das Ende zu lesen 🤨 … also nur vermutlich mit Happy End. 

Es las sich aber schon so nach … einem gelesenen Viertel? … als ob sie sich am Ende kriegen werden. Aber ich hab‘s eben nicht so mit Liebesromanen, bin mehr der Krimityp bei Bedarf der etwas seichteren Unterhaltung  und habe deshalb auf die lesende Begleitung der amourösen Geschehnisse verzichtet.


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